Gier, Armut, Umverteilung

Was ist gerecht?

Koffer mit Geldscheinen

Gesellschaft | Peter Hahne - Gier, Armut, Umverteilung

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 20.02.2017, 00:25 - 00:55
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Viele Menschen äußern ihr Unverständnis darüber, dass Manager ein Unternehmen an die Wand fahren können und trotzdem riesige Bonuszahlungen am Ende ihrer Vertragslaufzeit einstreichen. Fehlentscheidungen, die eine Bank, einen Konzern oder eine Firma an den Rand des Ruins treiben können, scheinen nicht geahndet, sondern eher noch belohnt zu werden. Warum müssen Manager in den Chefetagen Millionen von Euro einstreichen, wenn einige Stockwerke tiefer Mitarbeiter entlassen werden, weil die Personalkosten so hoch sind?

Es verfestigt sich doch der Eindruck, dass die Mitarbeiter eines Betriebes selten von möglichen Gewinnen profitieren. Der finanzielle Erfolg eines Unternehmens ist in der Regel auf den Konten der Manager ablesbar. Was sind die Ursachen? Das „System“? Die Gier verschiedener Vorstandsmitglieder, die den Hals nicht vollbekommen? Eine falsch gesteuerte Umverteilung? Gibt es die überhaupt? Und wie würde die Verteilung aussehen, wenn es für alle Beteiligten gerecht zugehen würde?

In der Gesellschaft lässt sich ein Trend ausmachen, in dem das Miteinander und Füreinander auf der Strecke bleibt. Der Mensch denkt zunächst einmal an sich, wie es ja auch so schön in der Werbung heißt: „Unterm Strich zähl' ich“. Und dabei geht es nicht nur um Geld und Arbeitsplätze; es ist ein Trend, der die Gesellschaft unterspült und ins Wanken bringen kann.

Was also tun? Mindestlöhne? Deckelung von Vorstandsgehältern, also ein gesetzlicher „Maxilohn“? Würde das die soziale Empathie und das Verantwortungsbewusstsein von Managern ihren Mitarbeitern gegenüber positiv verändern? An welcher Stelle ist die Politik gefragt? Kann sie eine gerechte Umverteilung steuern oder zumindest in die Wege leiten und entsprechende Rahmen schaffen?

Peter Hahne fragt seine Gäste, den Armutsforscher Christoph Butterwegge und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft.

Gäste bei Peter Hahne

Michael Hüther
Wirtschaftsexperte Michael Hüther Quelle: imago

Professor Dr. Michael Hüther wurde 1962 in Düsseldorf geboren. Nach dem Abitur studierte er Wirtschaftswissenschaften und Neuere Geschichte in Gießen und Norwich. 1990 schloss er das Studium mit der Promotion ab. Bereits zuvor arbeitete er ab 1987 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni Gießen.

Von 1990 war er Mitglied und von 1995 bis 1999 Generalsekretär und Leiter des wissenschaftlichen Stabs der „Fünf Weisen“, dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Gleichzeitig war als Chefvolkswirt und Bereichsleiter bei der Deka Bank in Frankfurt beschäftigt. Seit 1995 unterrichtet er auch an der European Business School im Rheingau, an der er seit 2001 eine Honorarprofessur innehat. 2004 wurde er zum Direktor und Mitglied des Präsidiums des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln berufen.

Linken-Politiker und Armutsforscher Christoph Butterwegge
Linken-Politiker und Armutsforscher Christoph Butterwegge

Professor Dr. Christoph Butterwegge, geboren 1951 bei Münster in Westfalen, studierte Sozialwissenschaft, Rechtswissenschaft, Psychologie und Philosophie. Er habilitierte 1990 im Fach Politikwissenschaft und arbeitete und lehrte unter anderem an den Universitäten in Bremen, Münster und Duisburg. Von 1991 bis 1994 arbeitete er an der Bremschen Stiftung für Rüstungskonvention und Friedensforschung, ab 1994 als Professor für Politikwissenschaft/Sozialpolitik an der FH Potsdam. Seit dem 1. Januar 1998 hatte Butterwegge eine Professur für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln inne und Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt). Seit 2017 ist er im Ruhestand

Butterwegge war von 1970 an SPD-Parteimitglied, wurde jedoch 1975 bis er als Linksradikaler von der SPD ausgeschlossen. Nach seinem Wiedereintritt 1987 verließ er die Partei 2005 wieder - aus Protest gegen die Agenda-Politik von Gerhard Schröder. Nach seinem Wiederaustritt äußerte sich Butterwegge immer wieder positiv über die Partei "Die Linke". Bis heute zitiert er gerne Karl Marx. Am 21. November 2016 nominierte ihn die Linke für die Bundespräsidentenwahl 2017.

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