Ist das Dorf noch zu retten?

Keine Läden, Ärzte, Schulen mehr

Verlassene Bushaltestellt

Gesellschaft | Peter Hahne - Ist das Dorf noch zu retten?

Die Deutschen zieht es in die Stadt. Das Leben auf dem Land scheint für die meisten Menschen immer weniger attraktiv zu sein. Gibt es eine Rettung für deutsche Dörfer? Peter Hahne diskutiert mit seinen Gästen Dr. Reiner Klingholz und Heinz Frey.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 23.01.2017, 00:20 - 00:45
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Die Deutschen zieht es in die Stadt. Das Leben auf dem Land scheint für die meisten Menschen immer weniger attraktiv zu sein – das Land verödet zunehmend. Geschäfte geben auf, Ärzte verlassen die Dörfer und Schulen werden geschlossen. Banken und Postfilialen gibt es schon länger nicht mehr. Erosionsartig dünnen Gemeinden und kleine Dörfer aus und werden auch für einen eventuellen Zuzug durch die fehlende Infrastruktur immer unattraktiver. Zurück bleiben im Zweifel alte Menschen, die „ihre Scholle“ nicht verlassen wollen – oder es sich schlichtweg nicht leisten können. Ein Leben in der Stadt ist nicht billig.

Es kann aber auch Menschen in den besten Jahren treffen, die sich beispielsweise ihr Haus als Altersvorsorge gebaut haben und es nun nicht aufgeben wollen oder können. Denn wer kauft in einem strukturschwachen Gebiet eine Immobilie, die möglicherweise auch noch finanziell belastet ist?

Der Natur eine Chance geben

Sind die deutschen Dörfer noch zu retten? Gibt es ein Rezept gegen die zunehmende Landflucht? Oder ist es sogar eine Chance für die Umwelt: Flächen werden in Deutschland nicht mehr zersiedelt und der Mensch machen sich nicht mehr überall breit. Die Natur erhält die Chance, sich „verlorenes Land“ wieder zurückzuholen? Sind Megacities mit Millionen von Einwohnern die Zukunft auch für Deutschland?

Über Möglichkeiten, Chancen und Perspektiven für Dörfer und Gemeinden in Deutschland spricht Peter Hahne mit seinen Gästen, deren Standpunkte konträrer nicht sein könnten.

Dr. Reiner Klingholz, geboren 1953, arbeitete bis 1983 als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Hamburg und promovierte im Fachbereich Chemie.

Dr. Reiner Klingholz im Studio von Peter Hahne
Dr. Reiner Klingholz Quelle: ZDF/ Michael Kramers

Von 1984 bis 1989 war er Wissenschaftsredakteur des Wochenblattes DIE ZEIT, 1990 bis 2000 Redakteur beim Monatsmagazin GEO sowie Geschäftsführer für den Bereich Wissenschaft und Redaktionsleiter von GEO WISSEN. Von 2005 bis 2007 war Klingholz Mitglied der Enquete-Kommission Demografischer Wandel des Landes Niedersachsen. 2013 und 2015 forschte er als Fellow am Stellenbosch Institute for Advanced Studies (STIAS) in Südafrika.

Klingholz hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter über Themen zu den Problemen einer nachhaltigen Entwicklung im Themenbereich Bildung und der Weiterentwicklung der Menschheit. Reiner Klingholz erhielt verschiedene Journalistenpreise, darunter zwei Mal den Journalistenpreis Entwicklungspolitik des Bundespräsidenten und den Buchpreis der Deutschen Umweltstiftung.

Der Demografie-Experte Reiner Klingholz fordert eine "Abwrackprämie" für aussterbende Dörfer.

Heinz Frey bei Peter Hahne im Studio
Heinz Frey Quelle: ZDF/Michael Kramers

Heinz Frey, geboren 1955, war 36 Jahre als Lehrer tätig, bis er sich hat beurlauben lassen. Nach langer SPD-Zugehörigkeit wandte er sich von den etablierten Parteien ab und gründete die Unabhängige Wählergemeinschaft, UWG, im zwischen Aachen und Köln gelegenen Jülich. „Die Krise der etablierten Parteien ist in Jülich mittlerweile angekommen“, erklärt Frey in einem Interview der Aachener Zeitung.

Frey setzt sich als „Junge vom Dorf“, wie sich der gebürtige Merzenshausener selbst bezeichnet, für den Erhalt kleiner und insbesondere der Gemeinde Jülich ein. Bekannt geworden ist der Kommunalpolitiken für seine DORV-Idee; gemeint sind "Dienstleistungen und Ortsnahe Rundum-Versorgung“, eine Initiative, die einem Dorfsterben entgegenwirken soll. Für seine Arbeit und sein Engagement erhielt Heinz Frey 2014 das Bundesverdienstkreuz.

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