Schülerboom und Lehrerschwund

Wie krank sind unsere Schulen?

Schüler im Unterricht mit einem Lehrer im Vordergrund

Gesellschaft | Peter Hahne - Schülerboom und Lehrerschwund

Es ist doch kaum zu glauben, was zu Beginn des neuen Schuljahres auf die Schüler zukommt: Es fehlen nicht nur Lehrer. Auch die Menge an Klassenräumen reicht nicht aus, um dem Ansturm neuer Schüler Herr zu werden.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 24.07.2017, 00:30 - 01:00
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Wer hat da die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Hat die Politik falsch geplant? Die demoskopischen Zahlen sind bekannt – schon im Jahr 2000 verkündete das Statistische Bundesamt steigende Schülerzahlen. Und Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, erklärt: "Mit diesem Schüler-Boom hat kaum jemand gerechnet. Jetzt besteht enormer Handlungsdruck. Viele Bundesländer müssen komplett umdenken." Im aktuellen Bericht der Bertelsmann Stiftung heißt es: „Als erste spüren den Anstieg die Grundschulen. Dort fehlen im Jahr 2025 gegenüber heute 24.110 Lehrer, sofern die Klassen nicht größer werden sollen… Neun Prozent mehr Schüler als heute werden 2030 in den Klassenräumen der Sekundarstufe I sitzen. Auch dort werden dann zusätzlich 27.000 Lehrer benötigt.“

Was ist nur mit der Politik los? Hat sie geschlafen? Haben die Politiker im Rechnen nicht aufgepasst oder warum braucht es erst die Bertelsmann-Stiftung, um auf die Gefahren eines eklatanten Lehrkräftemangels aufmerksam zu machen? Aber es geht nicht nur um die Schulen von der ersten bis zur 13. Klasse. Auch in den Berufsschulen wird die Unterrichtsversorgung knapp. Ist der Lehrerberuf nicht mehr attraktiv genug? Investiert der Staat vielleicht zu wenig in eine seiner wichtigsten Ressourcen, die hochklassige Bildung der Deutschen?

Doch was passiert nun in den Schulen nach den Sommerferien? Wo sollen die Lehrer herkommen? Wieso wussten die Verantwortlichen nicht, dass es bei den Lehrern in den kommenden Jahren eine „Pensionierungs-Schwemme“ geben wird? Wo soll der Nachwuchs bei den Paukern herkommen?

Peter Hahne spricht mit seinen Gästen über die Gründe für dieses Planungsversäumnis der Politik und dem möglichen Auswegen aus der Misere.

Frauke Heiligenstadt
Frauke Heiligenstadt Quelle: dpa

Frauke Heiligenstadt, geboren 1966, ließ sich zur Diplom Verwaltungswirtin ausbilden und war später im Rechtsamt der Stadt Northeim tätig. Hier wurde sie 1994 Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung und Liegenschaften. Seit 2003 ist Frauke Heiligenstadt Stadtamtsrätin a.D. für die Dauer der Wahrnehmung des Landtagsmandats. 2003 zog sie via Direktmandat ihres Wahlkreises Northeim in den niedersächsischen Landtag ein.

Von 2008 bis 2013 war sie bildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Zudem war Heiligenstadt stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion (2010 bis 2013). Seit 2013 ist sie Niedersächsische Kultusministerin. 2005 zog Heiligenstadt in den Parteirat der SPD Niedersachsen ein, 2008 wurde sie Mitglied im Parteipräsidium. Von 2005 bis 2009 war sie zudem im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Niedersachsen.

Josef Kraus
Josef Kraus Quelle: ZDF/Michael Kramers

Josef Kraus, Jahrgang 1949, erlangte 1969 sein Abitur, studierte Deutsch und Sport auf Lehramt und machte danach noch sein Psychologie-Diplom an der Universität in Würzburg. Nach 15jähriger Arbeit als Gymnasiallehrer in Landshut wurde er 1995 Schulleiter am Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium in Vilsbiburg (Bayern). Bevor er Präsident des Deutschen Lehrerverbandes wurde, hatte er verschiedene Vorstandsämter im Deutschen Philologenverband inne.

Kraus ist nicht nur ein ausgewiesener Kritiker der neuen Rechtschreibreform. In zwei Büchern bemängelt er das deutsche Schul- und Bildungswesen mit den bezeichnenden Buchtiteln "Spaßpädagogik – Sackgassen deutscher Schulpolitik“ (1998) und "Der PISA-Schwindel“ (2005). Aber auch Eltern standen im Fokus seiner Betrachtung: "Helikopter-Eltern: Schluss mit Förderwahn und Verwöhnung" (2013).

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