BER, Köln, Winterkorn

Warum übernimmt keiner Verantwortung?

Schriftzug BER Berlin Brandenburg Airport

Gesellschaft | Peter Hahne - BER, Köln, Winterkorn

Es ist vollkommen unverständlich, warum die politische Elite für ihr Versagen keine Verantwortung übernimmt. Immer wieder wird der „schwarze Peter“ woanders gesucht. Wie weit geht die rechtliche und moralische Haftung? Gäste bei Hahne: Jürgen Rüttgers …

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 30.01.2017, 01:30 - 02:00
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Es ist doch vollkommen unverständlich, warum die politische Elite für ihr Versagen keine Verantwortung übernimmt. Immer wieder wird der „schwarze Peter“ woanders gesucht oder es muss ein Bauernopfer her. Ob es um die innere Sicherheit geht, wie in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof, oder den Bau des neuen Flughafens in Berlin – geht etwas schief, ziehen sich die Verantwortlichen aus der Affäre. Sowohl für sicherheits- wie finanzpolitische Entscheidungen sollte der entsprechende oberste Dienstherr gerade stehen. Ein abwälzen auf die unteren Ebenen, um den eigenen Kopf zu retten, lässt auch an der Moral der politischen Vorgesetzten zweifeln.

Moralische Haftung

Aber auch in der Industrie haben die entscheidenden Manager nach eigener Aussage „von nichts gewusst“. Der Einsatz einer Schummelsoftware zur Verbesserung von Abgasbilanzen war in den Vorstandsetagen nicht bekannt, so heißt es. Nur – der Glaube daran, dass solche Entscheidungen ohne Wissen der obersten Chefs getroffen sein sollen, fällt doch sehr schwer. Auch hier stellt sich nicht nur die Frage der tatsächlichen rechtlichen Haftung für einen solchen Betrug, sondern auch die der Moral und der Übernahme von Verantwortung.

Sind Manager ab einem bestimmten Hierarchielevel in Politik oder Wirtschaft sakrosankt? Müssen solche Personen nicht auch für ihre Fehler einstehen, denn sie leiten ja die Entscheidungswege in Politik und Wirtschaft. Wie weit geht die rechtliche und moralische Haftung? Ist in Deutschland das moralische Gewissen abhandengekommen? Über diese Fragen spricht Peter Hahne mit Prof. Dr. Jürgen Rüttgers und Hans-Ulrich Jörges.

Gäste bei Peter Hahne

Hans-Ulrich Jörges
Hans-Ulrich Jörges Quelle: ZDF/Svea Pietschmann

Hans-Ulrich Jörges, geboren 1951, siedelte 1957 mit seinen Eltern von der DDR nach Frankfurt am Main um. In der Abiturientenzeit wurde er von der linken Szene beeinflusst, distanzierte sich aber dann wieder von ihr. Nach einem Volontariat in der Nachrichtenagentur Vereinigte Wirtschaftszeitungen (VWD) arbeitete er als Chef vom Dienst für die VWD und studierte zeitgleich Gesellschaftswissenschaften.

1977 wechselte er als Leiter des Inlandsressorts zur Agentur Reuters nach Bonn und von dort aus nach Berlin. Später arbeitete Jörges für das Magazin Stern, die Süddeutsche Zeitung und die Wochenzeitung Die Woche. 2002 ging Jörges zurück zum Stern und ist seit 2007 Mitglied der Chefredaktion. Der Stern enthüllte unter seiner Leitung die Affäre um Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) und PR-Berater Moritz Hunzinger, die zum Sturz Scharpings führte.

Auf dem Deutschen Medienkongress im Januar 2016 äußerte Jörges sein Unverständnis über Teile der Medien: Beim Stichwort „Lügenpresse“ wäre nicht ein bewusstes Lügen das Problem sondern „Schönfärberei, Propagandismus, Oberflächlichkeit, Gedächtnisverlust und Verstoß gegen Recherchepflichten“. (Quelle: Horizont).

Jürgen Rüttgers
Jürgen Rüttgers Quelle: photothek

Prof. Dr. Jürgen Rüttgers, geboren 1951, studierte Geschichte und Rechtswissenschaften. Nach verschiedenen Positionen in der Kommunalpolitik zog er 1987 für die CDU in den Deutschen Bundestag ein. Dort war er Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und später Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie.
Nach weiteren führenden Positionen in der Nordrhein-Westfälischen CDU war er von 2005 bis 2011 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Neben zahlreichen Ehrungen im In- und Ausland erhielt Rüttgers sowohl das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland als auch 2010 den Orden ‚Wider den tierischen Ernst‘. Rüttgers arbeitet derzeit unter anderem als Lehrbeauftragter Honorar-Professor am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn.

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