Reiches Land, arme Menschen

Mittelschicht in Not?

Gesellschaft | Peter Hahne - Reiches Land, arme Menschen

Viele Menschen in Deutschland haben das Gefühl, dass von ihrer Arbeit Lohn unterm Strich immer weniger übrig bleibt. Gerade die Mittelschicht soll davon betroffen sein. Stimmt das? Oder ist das reine Politpropaganda?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.01.2018, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Ja, die Kosten für Mieten steigen und ja, das muss so sein. Seit vielen Jahren stagnierten die Mieten auf dem gleichen Niveau. Da ist es nur normal, dass es irgendwann zu einer Mieterhöhung kommen kann. Und da bekanntlich die Nachfrage nach einem Angebot in erheblichem Maße den Preis steuert, wirkt sich dies natürlich auch auf die Immobilien und Mietpreise gerade in Ballungszentren aus. Der Bedarf an Wohnraum steigt und die Bauindustrie kann das Angebot kaum befriedigen.

Und die weiteren Kosten, die im Alltag zu tragen sind? Die Benzinpreise können es doch eigentlich nicht sein – schon seit vielen Monaten verharren sie auf niedrigem Niveau. Gleiches gilt für Heizöl und Gas. Und auch die Lebensmittel sind so preiswert wie in kaum einem anderen Land der Eurozone.

Mehr Netto vom Brutto

Woher kommt also das Gefühl der Menschen in Deutschland, sie hätten immer weniger Netto vom Brutto? Liegt es vielleicht an der Steuerpolitik der Bundesregierung? Wird da tatsächlich gerade die Mittelschicht mehr belastet als die Geringverdiener oder auch „die Reichen“?

Aktuell treffen sich CDU/CSU, Die GRÜNEN und die FDP zu Koalitionsgesprächen und loten aus, wie sie die Wünsche ihrer jeweiligen Wählerschaft am erfolgreichsten vertreten können. Das wäre doch genau der Zeitpunkt, um die Weichen für eine Zukunft zu stellen, in der sich Gesellschaftsschichten nicht mehr abgehängt sondern wirkungsvoll vertreten fühlen. Darüber diskutiert Peter Hahne mit seinen Gästen und möchte mit ihnen klären, ob sich die deutsche Mittelschicht tatsächlich Sorgen muss.

Die Gäste

Clemens Fuest
Prof. Dr. Dr. h.c. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. Quelle: ZDF/Michael Kramers

Clemens Fuest, geboren 1968, studierte Volkswirtschaftslehre und promovierte 1994 an der Universität zu Köln. 2000 folgte seine Habilitation an der Universität München. Von 2001 bis 2008 war er Professur für Wirtschaftliche Staatswissenschaften an der Universität zu Köln und hatte im selben Zeitraum eine Professor für Unternehmensbesteuerung an der Universität Oxford. 2013 bis 2016 war Fuest Präsident des Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung und Professor an der Universität Mannheim. Von 2007 bis 2010 war Clemens Fuest Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium der Finanzen, in dem er bis heute Mitglied ist.

Seit 2016 ist er Präsident des ifo Instituts - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung 2 an der Universität München e.V. Clemens Fuest ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten der Wirtschaft und Unterzeichner des Manifests der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft "Deutschland braucht mehr Wachstum" vom September 2006. Seit 2016 rangiert er unter den TOP 10 in der Rangliste der einflussreichsten Ökonomen in Deutschland.

Alexander Hagelüken
Alexander Hagelüken, Leitender Redakteur Wirtschaftspolitik der Süddeutschen Zeitung Quelle: ZDF/Michael Kramers

Alexander Hagelüken, ist 1968 geboren ist Diplom-Volkswirt und studierte Jura und englische Literatur. Er arbeitete ab 1989 fünf Jahre für den Bayerischen Rundfunk und arbeitete ab 1995 als Wirtschaftsredakteur für Unternehmen und Geldanlage bei der Süddeutschen Zeitung (SZ). Von 1992 bis 1997 war Hagelüken Parlamentskorrespondent in Bonn und Berlin, später Europakorrespondent in Brüssel. Nach weiteren Jahren, in den er in der SZ an vielen Neukonzeptionen des Blattes arbeitete, wurde er 2015 Leitender Redakteur Wirtschaftspolitik der Süddeutschen Zeitung.

Alexander Hagelüken veröffentlichte zahlreiche Bücher im Bereich Wirtschaftspolitik. Sein aktuelles Buch "Ein gespaltenes Land: Wie Ungleichheit unsere Gesellschaft zerstört – und was die Politik ändern muss" könnte aktueller nicht sein.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.