Wie viel Islam verträgt Deutschland?

Streit um Werte und Integration

Archiv: Eine verschleierte Frauen mit Nikab am 23.06.2016 in Bonn

Gesellschaft | Peter Hahne - Wie viel Islam verträgt Deutschland?

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Der Streit um die Burka, die Vollverschleierung einer muslimischen Frau, ist das Symbol für das Thema um die Frage: Wieviel Islam verträgt Deutschland? In ihrer Beantwortung ist das Land gespalten. Die einen wollen die Burka in Deutschland verbieten mit dem Hinweis, dass die Verschleierung nicht zur deutschen Rechtsordnung passt. Die Burka widerspricht den Gleichheitsrechten der Frau, wie sie im Grundgesetz verankter sind, so die Argumentation. Die Anderen weisen auf die in Deutschland geltende Religionsfreiheit hin und dass die Burka lediglich der Ausdruck einer religiösen Überzeugung sei. Peter Hahne spricht über dieses äußerst kontrovers diskutierte Thema mit der Islamkritikerin Düzen Tekkal und mit Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime.

Düzen Tekkal
Düzen Tekkal Quelle: ZDF

Düzen Tekkal wurde 1978 in Hannover als eines von elf Kindern geboren. Die türkischstämmige Jesidin wuchs in Hannover auf und studierte dort Politische Wissenschaften und Literaturwissenschaften. Seit 2007 arbeitet sie als Autorin für das RTL-Magazin Extra. Für ihre 2010 entstandene Reportage "Angst vor den neuen Nachbarn" wurde sie zusammen mit Extra-Redaktionsleiter Jan Rasmus mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Seit April 2014 arbeitet Tekkal als freie Journalistin und Kriegsreporterin. 2016 gehörte sie zum Schattenkabinett von Julia Klöckner (CDU) in Rheinland-Pfalz.
Im März 2016 veröffentlichte Düzen Tekkal ihr Buch "Deutschland ist bedroht. Warum wir unsere Werte jetzt verteidigen müssen“. (Berlin Verlag)

Aiman Mazyek
Aiman Mazyek Quelle: dapd

Tekkal fordert das Verbot von Burka und Niqap, vor allem im öffentlichen Raum: "Mir geht es vor allem dabei um das Verhältnis von Mann und Frau. Die Frau wird so automatisch zum Opfer gemacht. Und dieses Argument, dass eine nicht-verschleierte Frau dann nicht mehr aus dem Haus gehen dürfe, das ist ja nur ein Totschlagargument. Man muss dafür sorgen, dass eben keine Unterwerfung stattfindet." (Aus einem Interview mit der Redaktion)


Aiman A. Mazyek wurde 1969 als Sohn eines Syrers und einer Deutschen in Aachen geboren. Seit 1994 ist er Mitglied der Vollversammlung des Zentralrates der Muslime in Deutschland, der 19 muslimische Organisationen vertritt. Dazu gehören deutsche, türkische, arabische, albanische, bosnische und iranische Muslime. Im September 2010 wurde er Vorsitzender, nachdem er seit 2006 als Generalsekretär und zuvor viele Jahre lang als Pressesprecher des Zentralrates fungiert hatte.

Nach dem Abitur in Deutschland studierte er Philosophie, Ökonomie und Politische Wissenschaften in Aachen und absolvierte ein Parallelstudium der Arabistik in Kairo. Aiman Mazyek arbeitet als freier Publizist und Medienberater. Er ist Chefredakteur der Internetseite Islam.de und Mitbegründer der Hilfsorganisation Grünhelme e.V. .

In einem Beitrag des rbb spricht Mazyek von einer "Burkaisierung der Innenpolitik", die er wahrnehme. Er sagte, in Deutschland seien kaum Frauen vollverschleiert unterwegs.

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