Politik und die Folgen

Hellsehen nicht nötig - nachdenken reicht

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich manchmal fragen, wie vorausschauend Politik heute eigentlich noch agiert?

Ist es der "große Wurf", der von einem Jahrzehnte überspannenden Gestaltungswillen getragen ist? Oder sind es zaghafte Einzelentscheidungen, missmutig vollzogen, weil es eben nicht anders ging - kurzfristig in der Reichweite und jederzeit rückholbar, korrigierbar? Und fragen Sie sich dann auch, was davon eigentlich besser ist?

Risiken und Nebenwirkungen

Wirtschaft auf Talfahrt Quelle: imago


Der "große Wurf" klingt prima, könnte aber heutzutage allzu leicht an den sich immer schneller verändernden Rahmenbedingungen scheitern. Wer in die Zukunft schauen könnte, hätte es leichter. Menschliches Denken ist darauf angelegt, Prognosen über die Zukunft zu treffen - ohne ausreichende Grundlagen. Meist wird die Gegenwart linear in die Zukunft weitergedacht. Mit fatalen Folgen, wenn sich die Zukunft nicht linear weiter entwickelt. Die kleinen Schritte dagegen klingen zaudernd, mit vielen Korrekturen werden sie leicht zum Zick-Zack-Kurs.

Dass man beim großen Wurf Atomausstieg in der Eile schon mal ein paar Nebenwirkungen und Risiken übersieht und dann nachkorrigieren muss, leuchtet noch ein. Völlig unverständlich erscheint dagegen, dass man die Wehrpflicht abschafft und nicht überblicken kann, dass man ein Jahr später nicht nur Freiwillige für die neue Armee braucht, sondern dass damit auch der Zivildienst abgeschafft wird und damit die vielen Helfer in den sozialen Einrichtungen fehlen werden. Um das im vergangenen Jahr sehen zu können, dazu hätte man kein Hellseher sein müssen.

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