Politiker-Ehefrauen und -Kinder

Mehr Last als Lust?

Peter Hahne empfängt in dieser Sendung Monika Hohlmeier, die Tochter des berühmten bayerischen Politikers Franz Josef Strauß und Heribert Schwan, den Vertrauten und Biografen von Hannelore Kohl, der Ehefrau des Ex-Kanzlers, die sich das Leben genommen hat. Beide können berichten, was es bedeutet, als enge Verwandte eines mächtigen Politikers zu leben.

Hannelore und Helmut Kohl und ihre Söhne Peter (r) und Walter (l)
Hannelore und Helmut Kohl und ihre Söhne Peter (r) und Walter (l) Quelle: dpa


Monika Hohlmeier ist die Tochter des früheren Bundesministers und bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Sie wurde 1962 in München geboren und entwickelte im Gefolge ihres Vaters schon früh Interesse an der Politik, ohne sich zunächst parteipolitisch zu engagieren. Stattdessen absolvierte sie eine Lehre als Hotelkauffrau und heiratete. Der plötzliche Tod ihrer Mutter veränderte ihr Leben radikal: Sie stellte ihre persönlichen Ambitionen zurück und begleitete ihren Vater als neue bayerische "First Lady". Erst nach dem Tod von Franz Josef Strauß startete sie ihre eigene politische Karriere. Diese führte sie bis in den Bayerischen Landtag und das Kabinett von Edmund Stoiber als Kultusministerin.

2003 wurde Hohlmeier zur Bezirksvorsitzenden der Münchner CSU gewählt, trat aber nach nur einem Jahr von diesem Amt zurück, da sie sich heftigen parteiinternen Anfeindungen ausgesetzt sah. Aus dem gleichen Grund und erneuten Vorwürfen in der Presse verließ sie im darauffolgenden Jahr auch das Kultusministerium. Im Landtag arbeitete sie allerdings weiterhin in verschiedenen Ausschüssen mit und wurde 2008 als Kandidatin auf einem aussichtsreichen Platz für das Europäische Parlament aufgestellt. Seit 2009 ist Monika Hohlmeier MdE und Mitglied mehrerer Ausschüsse in Straßburg.

Pünktlich zum zehnten Todestag von Hannelore Kohl erschien im Juni dieses Jahres Heribert Schwans Biografie "Die Frau an seiner Seite: Leben und Leiden der Hannelore Kohl". Seit der Mitte der 1980er Jahre stand er in engem Kontakt zu ihr und begleitete sie bis kurz vor ihrem Freitod auf ihren nächtlichen Spaziergängen. So ist er sicherlich einer der ganz wenigen Menschen, der das Leben der Ehefrau an der Seite eines Machtmenschen beschreiben kann, der von ihren Gefühlen weiß, als sie ins Rampenlicht gezogen wurde, der einschätzen kann, welche Rolle ihre Lichtallergie bei ihrer Entscheidung, sich das Leben zu nehmen, tatsächlich gespielt hat.

Heribert Schwan wurde 1944 geboren. Nach seinem Studium der Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft arbeitete er als freier Fernsehautor für mehrere öffentlich-rechtliche Sender. 1974 wurde er Redakteur für Politik und Zeitgeschehen beim Deutschlandfunk.1989 ging er zum WDR, für den er von 1992 bis 2002 im Programmbereich Kultur und Wissenschaft tätig war. Anschließend betreute er Sonderprojekt bis er 2009 pensioniert wurde. Viele seiner über 60 Fernseh-Dokumentationen wurden mit Preisen ausgezeichnet - für "Die verdrängte Gefahr - Neonazismus" erhielt er beispielsweise den Adolf-Grimme-Preis. Schwan ist darüber hinaus (Co-)Autor historischer Bücher und Biografien. Für seine bislang letzte über Hannelore Kohl wurde er allgemein gelobt.

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