Radwege

Für ein friedliches Miteinander im Verkehr

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich im Sommer als Radfahrer freuen, wenn neue Radwege gebaut werden? Und dass Sie sich im Winter als Autofahrer darüber ärgern? Kaum eine verkehrspolitische Maßnahme vermag so unterschiedliche Gefühle hervorzurufen. Zumindest wenn man mal auf der einen, mal auf der anderen Seite steht.

Für Nur-Autofahrer dürfte die Sache klar sein: Radwege sind Mist, nehmen Fahrbahnen für Autos weg und auf den verbleibenden Spuren staut sich der automobile Verkehr. Und noch schlimmer wird es, wenn Radfahrer es trotz Radweges vorziehen, auf der Straße zu fahren.

Nur-Radfahrer dagegen können gar nicht genug bekommen und haben auch noch moralisch alles auf ihrer Seite: Sie sind mangels Knautschzone ohnehin die Schwächeren, der CO2-Ausstoß wird verringert und die uneinsichtigen Autofahrer müssen zu ihrem Glück - sprich zum Umsteigen auf das Fahrrad oder die öffentlichen Verkehrsmittel - gezwungen werden und das geht nur durch Behinderung des Autoverkehrs.

Fehlendes Gesamtkonzept


Aber mal ehrlich: Wo gibt es die denn, die Nur-Radfahrer? Selbst in flachen Städten wie Berlin sinkt der Anteil der Radfahrer in den vielen eisigen Wintermonaten auf einen kaum noch wahrnehmbaren Prozentsatz. Im Sommer dagegen bevölkern sie alles, selbst die Fußwege und gefährden dort auch noch Fußgänger.

Mein Fazit selbst als Radfahrer: So lange es kein sinnvolles Gesamtkonzept des Miteinanders im Straßenverkehr gibt, sind einzelne Radwege-Baumaßnahmen nur Kosmetik, die das Gewissen von wem auch immer beruhigen.

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