Saufen bis zum Umfallen

Erstkonsumenten immer jünger

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich manchmal über unseren gedankenlosen Umgang mit Alkohol wundern? Mir ging es heute so, als die Autoren Bernd Siggelkow und Wolfgang Büscher ihr Buch "Generation Wodka" vorstellten.

Komasaufen
Komasaufen Quelle: imago

Insgesamt werde von Kindern und Jugendlichen zwar weniger Alkohol getrunken, der Konsum von harten Alkoholika in dieser Altersgruppe nehme aber genau so zu wie der exzessive Gebrauch, mahnen sie.


Und: Kinder werden immer früher mit Alkohol vertraut. Die Autoren zitieren aus einer Studie der DAK, nach der bereits zehn Prozent der Kinder unter zwölf Jahren jede Woche Alkohol trinken. Saufen bis zum Umfallen sei in vielen Jugendcliquen angesagt - mehrmals die Woche. "Wie sich unser Nachwuchs mit Alkohol die Zukunft vernebelt" lautet denn auch der Untertitel des Buches.

Ein Gläschen in Ehren?

Striktere Einhaltung von gesetzlichen Vorschriften, strengere Kontrollen und weitergehende Beschränkungen bei der Verfügbarkeit von Alkohol sind Maßnahmen, die Siggelkow und Büscher genau so fordern wie sie an die Vorbildfunktion der Erwachsenen appellieren. So verlangen die beiden Autoren unter anderem ein Alkoholverbot in der Öffentlichkeit. Oder haben wir uns tatsächlich daran gewöhnt, auf öffentlichen Plätzen und in Verkehrsmittel von Betrunkenen belästigt zu werden? Sind wir bereit, es hinzunehmen, dass betrunkene Schläger glimpflich davon kommen, eben weil sie betrunken waren und nicht wussten, was sie tun?

Ehemaliger Bundeskanzler Helmut Schmidt
Ehemaliger Bundeskanzler Helmut Schmidt Quelle: ap


Und ich frage mich, wie es denn tatsächlich um unseren (erwachsenen) Umgang mit Alkohol und unsere Vorbildfunktion bestellt ist. Ein Gläschen gehört gerade bei abendlichen Einladungen wie selbstverständlich dazu und Ausgehen ohne Wein und Bier wird auch oft als eher langweilig empfunden. Vielleicht braucht es ja wirklich einen jahrzehntelangen Bewusstseinswandel im Umgang mit der Droge Alkohol - wie beim Rauchen. Oder hätte sich vor 25 Jahren jemand vorstellen können, dass wir heute im öffentlichen Raum fast rauchfrei leben?

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