Senioren zum Führerscheintest

Wie lange darf Opa noch Auto fahren?

Zu Gast bei Peter Hahne sind diesmal die passionierte Autofahrerin und Schauspielerin Barbara Schöne und der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Gerhard von Bressensdorf.

Alter Autofahrer im Rückspiegel
Alter Autofahrer im Rückspiegel Quelle: dpa

Regelmäßig erscheinen Meldungen wie diese in der regionalen Presse: "85-Jährige missachtet Vorfahrt", "83-jähriger Geisterfahrer rast über die A1", "Autofahrer (78) landet mit seinem Wagen im Gleisbett der S-Bahn". Sind die Alten zu einem unkalkulierbaren Verkehrsrisiko geworden, sollte man ihnen den "Lappen" nicht mit spätesten 70 abnehmen oder reicht eine Nachschulung und Gesundheitsprüfung?

Einsicht und Erfahrung


Restriktive Maßnahmen bei Fahranfängern haben das Unfallrisiko dieser Verkehrsteilnehmer gesenkt. Denkbar wäre nach Überlegungen von Europa-Parlamentariern, zusätzliche Kontrollen auch bei alten Verkehrsteilnehmern einzuführen. Beispielsweise ist ein regelmäßiger Sehtest alle fünf Jahre für Fahrer über 65 im Gespräch, und immer wieder wird gefragt, was eigentlich gegen die französische Regelung spräche, Autofahrer über 60 alle zwei Jahre ihren Führerschein verlängern zu lassen - über 65 jedes Jahr.

Vielleicht spricht ja dagegen, dass diese Altersgruppe im Vergleich zu Neulingen deutlich weniger Unfälle verursacht. Auch Erfahrung im Straßenverkehr ist ein nicht zu verachtender Aspekt und die realistische Einschätzung der eigenen körperlichen und fahrerischen Fähigkeiten ist bei Alten im Schnitt höher ausgeprägt als bei Anfängern. Und wer behauptet eigentlich, dass eine 65-Jährige grundsätzlich weniger fit ist als ein 45-Jähriger?

Die Gäste:


Barbara Schöne, 1947 in Berlin geboren, arbeitet seit frühester Jugend als Schauspielerin im Theater und Fernsehen. Ende der 1970er Jahre gehörte sie die den am meisten engagierten Künstlerinnen im deutschen Fernsehen. Berühmt machte sie ihre Rolle im "Traumschiff" und ihr Part als Assistentin von Harald Juhnke in der ZDF-Sendung "Musik ist Trumpf". Barbara Schöne ist bekennende Viel- und Schnellfahrerin. Bereits ihr zweites Auto war ein rasanter Sportwagen. Noch heute geht sie im eigenen Wagen auf Tournee. Es ist nicht schwer vorstellbar, wie die temperamentvolle Berlinerin darauf reagieren würde, wenn man ihr wegen ihres Alters das Autofahren verbieten wollte.


Gerhard von Bressensdorf, 70, ist seit 1994 Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände in Deutschland und der Europäischen Fahrlehrer-Assoziation. In diesen Funktionen nimmt er regelmäßig Stellung zu aktuellen verkehrspolitischen Fragen. So unterstützen er und seine Vereinigung das begleitete Fahren ab 17 Jahren und sprachen sich für Deutschland gegen die Übernahme der österreichischen Regelung für Fahranfänger aus, die so genannte Feedback-Fahrten vorsieht. Auch wertet er den schrittweisen Austausch der alten durch kleinere Führerscheine positiv, lehnt eine regelmäßige Erneuerung alle 15 Jahre jedoch als "bürokratisches Monstrum" ab. Gespannt können die Zuschauer sein auf seine Meinung zu Nachprüfungen für alte Autofahrer. Einerseits könnte sich für seine Berufskollegen hiermit ein lukratives Feld öffnen - andererseits wäre es ein ähnliches Monstrum wie die 15-Jahre-Frist und vielleicht sogar diskriminierend.

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