Sicherheit und Sicherheit

Kontrollen am Flughafen aber nicht in der Stadt?

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich manchmal fragen, wie es um unsere Sicherheit bestellt ist? Vielleicht sind Sie ja auch in den letzten Wochen in Urlaub geflogen und haben brav die Sicherheitskontrollen über sich ergehen lassen...

Flughafen - Flüssigkeiten aus dem Handgepäck
Flughafen - Flüssigkeiten aus dem Handgepäck Quelle: dpa


Je nach Flughafen mal mehr, mal weniger streng und genau: Schuhe ausziehen, barfuß in der Abfertigungshalle Schlange stehen, Gürtel aus, Uhr ablegen, Schlüssel aus der Tasche, Laptop in eine eigene Schale, wenn Sie ihn im Handgepäck mitnehmen wollen. Flüssigkeiten kontrollieren lassen, zurückgewiesen werden, wenn die Badezimmerutensilien nicht in der vorgeschriebenen separaten Plastiktüte waren, das Ganze noch mal von vorne, den zu großen Rasierschaum in den Abfall werfen.

Ja, gut, sagen Sie sich und auch ich mir, immerhin hat es keinen Anschlag auf Flugzeuge mehr gegeben, und Sie fühlen sich sicher. Und dann kommen Sie nach Hause, und der Nachbar erzählt Ihnen, dass in der letzten Nacht sein Auto "abgefackelt" wurde. Wie bitte, werden Sie fragen, das konnte nicht verhindert werden?

Neue Berliner Folklore?


In Berlin wurden in diesem Jahr über 350 Autos in Brand gesteckt, in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wieder drei PKW und ein LKW. Nun ist ein unwürdiger Streit darüber entbrannt, wie dem begegnet werden könnte. Dem "möglichst wenig öffentliche Aufmerksamkeit" zu schenken, rät der angesehene Kriminologe Christian Pfeiffer. Der Berliner Innensenator meint, mehr Polizei könne nicht helfen, die Gewerkschaft der Polizei sieht das anders, die CDU-Innenminister in anderen Ländern und der Bundesinnenminister auch.

Kontrollen an Flughäfen sollen Einzeltäter dingfest machen, bevor sie Gefahr bringen. Verrückte Einzeltäter sind es auch, die Autos in Brand stecken. Und um denen das Handwerk zu legen, muss die Polizei auf der Straße sein, in Uniform und zivil. Und in ausreichender Zahl. Denn schlimm wäre es, wenn wir uns an das Anstecken von Autos als einen Teil Berliner "Folklore" gewöhnen wie die Krawalle zum 1. Mai. Selbst dann nicht, wenn keine Menschen zu Schaden kommen und die Versicherung zahlt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet