Steinzeit-Feminismus

Sind Frauen gleicher als Männer?

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Ihnen der militant-ideologische Feminismus so langsam auf den Wecker geht? Natürlich haben sich Alt-Feministinnen wie die EMMA-Herausgeberin Alice Schwarzer um die Emanzipation der Frau und ein neues Rollenbild des "schwachen Geschlechts" in einer starken Männerdomäne verdient gemacht. Aber man kann es auch übertreiben und macht sich damit lächerlich. Diese Gutmenschen schaden ihrer Sache mehr als mancher Giftzwerg, der grundsätzlich etwas gegen Gleichberechtigung hat.

Junges Paar liest das Grundgesetz auf einer Glasfläche
Junges Paar liest das Grundgesetz auf einer Glasfläche Quelle: imago

Paradebeispiel ist der Eklat um die Gleichstellungsbeauftragte von Goslar. Im wunderschönen Harzstädtchen tobt ein Machtkampf darüber, was eine Gleichstellungsbeauftragte tun darf und was nicht, ja was ihre Aufgabe überhaupt ist. Konkreter Fall: Monika Ebeling, ein langjähriges SPD-Mitglied, soll abberufen werde, so fordert es unisono die Goslarer Abwahlkoalition aus Linkspartei, SPD, Grünen, Bürgerfraktion und FDP. Und das nicht, weil die Beamtin ihre Mitarbeiter (und Mitarbeiterinnen, um es politische korrekt zu sagen) schikaniert oder die silbernen Löffel des Ratskellers geklaut hat. Nein, das Provinztheater entzündet sich daran, weil die gute Frau sich erlaubt hat, sich auch einmal für Männer einzusetzen. Also nicht für den Bau von Legehennen-Käfigen oder Massentiermästereien, für Männer setzt sie sich ein.

Frauenfeindlich und intolerant

Symbolbild Mann schlägt Frau
Symbolbild Mann schlägt Frau Quelle: ,dpa


Als Gleichstellungsbeauftragte will sie auch Männer gleichstellen, wo sie bisher benachteiligt sind. So etwas soll es geben, nicht nur in Goslar! Aber nach dem bewährten Schwachsinns-Motto "Was nicht sein darf, auch nicht sein kann" laufen die Hardcore-Feministinnen nun Sturm, in Internet-Blogs tobt inzwischen eine "Schlacht um Goslar". Frau Ebeling hat sich zum Beispiel für ein "Väter-Café" eingesetzt, weil es eben nicht nur alleinerziehende Mütter gibt. Sie wollte keine Kampagnen mehr unterstützen, bei denen "ideologisch und einseitig Männer generell als Täter, Frauen als Opfer dargestellt werden." Schließlich habe eine Studie erst 2010 bewiesen, dass gewaltsame Übergriffe in Paarbeziehungen nahezu gleichmäßig auf beide Geschlechter verteilt sind.

Verständnis hat sie sogar für ihre Gegnerinnen, denen sie süffisant bescheinigt, dass es natürlich schwer ist, umzudenken, wenn man "30 Jahre in bestimmten Bahnen gedacht hat." Kein Verständnis hat sie für ihre Abwahl, denn sie sagt völlig zu recht, dass Gleichstellung eben Gleichstellung bedeutet, und nicht einseitige Frauen- (oder Männer-) förderung. Wer diese Frau aus dem Amt jagt, ist nicht nur frauenfeindlich, er ist intolerant und schlichtweg blöd. Er/sie versteht weder die deutsche Sprache (Gleich-Stellung) noch hat er/sie die geringste Ahnung von der Realität. Zum Beispiel gibt es genug Männer, die ihre Kinder nach einer Scheidung nicht mehr sehen dürfen. Goslar führt Grabenkämpfe des radikal-feministischen Mittelalters, und das sollten wir uns in der "Neuzeit" nicht mehr leisten!

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