Tarifdschungel-Camp

Holt mich hier raus!

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie langsam die Nase voll haben von diesen Tarif- und Rabattmauscheleien? Natürlich ist es schön, wenn es zum Beispiel beim Mobiltelefonieren verschiedene Tarife gibt und nicht nur einen. Dann habe ich als Kunde wenigstens das Gefühl, dass ich einen auf meine Bedürfnisse zugeschnittenen Tarif wählen kann und nicht nur einen habe, von dem ich gar nicht alles nutze, was darin enthalten ist.

Mädchen telefoniert mit dem Handy am Strand
Mädchen telefoniert mit dem Handy am Strand Quelle: imago

Aber ich kenne niemand, der, um bei diesem Beispiel zu bleiben, auf Anhieb genau sagen kann, welchen Tarif er oder sie nun genau hat, geschweige denn, was der im Einzelnen an Möglichkeiten enthält. Und viele sind ohnehin überzeugt, dass sie bei den Tarifen den Falschen haben. Und es bleibt das maue Gefühl, dass am Ende nur das Mobilfunkunternehmen gewinnt.

Preisverwirrungsstrategie

Hände tippen auf Handys
SMS - Typical Quelle: imago


Und wehe, wenn man in die Situation kommt, den Tarif wechseln zu müssen oder zu wollen. Dann beginnt das große Grübeln: Wie viele Gespräche habe ich denn nun wirklich geführt: Wie lange habe ich telefoniert? Wie viele SMS habe ich verbraucht? In welche Netze angerufen? Das kann man mitunter ja auch bei einem Einzelabrechnungsnachweis gar nicht genau sagen, weil man bei den angerufenen Mobilnummern nicht mehr einwandfrei feststellen kann, zu welchen Mobilnetzen sie gehören.

Völlig verrückt aber wird es, wenn nun Einzelhändler und Restaurants ebenfalls versuchen, Preisdifferenzierungsstrategien (oder man könnte auch sagen Preisverwirrungsstrategien) anzuwenden. Da bekomme ich mit der Abrechnung meines Punktesammelkontos dann Gutscheine für Nachlässe. Von verschiedenen Anbietern.

Was ist noch normal?

Diese Gutscheine sind dann aber weiter differenziert: Bei Geschäft A gibt es einen Rabatt von fünf Prozent, aber nur auf Artikel aus der Haushaltsabteilung und nur in einem Zeitraum von zehn Tagen. Großzügiger ist man dagegen in der Werkzeugabteilung: Da gibt es zehn Prozent, aber nur an fünf Tagen, die natürlich nicht mit dem Zeitraum aus der Haushaltsabteilung deckungsgleich sind. Ganz zu schweigen von den ebenfalls beiliegenden Gutscheinen von Kaufhaus B, bei denen wieder alles anders aussieht.

Kürzlich habe ich eine Speisekarte entdeckt, in der es neben der "normalen" Karte (was ist eigentlich noch "normal") eine Wochenkarte mit unterschiedlichen Tagesangeboten gab. Darüber hinaus wurden aber noch bestimmte Gerichte aus der Hauptkarte angeboten, die zu bestimmten Tageszeiten mit Rabatten belegt waren. Ich möchte mein Leben eigentlich nicht nach solch komplizierten Regeln ausrichten. Und manchmal möchte man laut rufen: "Ich bin der Kunde, holt mich hier raus aus diesem Tarifdschungel!"

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