Tränen, Trauer, Tragödien

Schicksale an der Berliner Mauer

50 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer sprechen Irmgard Bittner, Mutter eines Maueropfers, und der DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann bei Peter Hahne über die tragischen Ereignisse an der innerdeutschen Grenze.

Mauerverstärkung 1967
Mauerverstärkung 1967 Quelle: dpa

1986 wird Irmgard Bittners Sohn Michael beim Versuch, in den Westen zu fliehen, an der Berliner Mauer erschossen. Die Stasi jedoch verschweigt dessen Tod und behauptet der Mutter gegenüber, ihm sei die Republikflucht gelungen. Erst 1990 wird ihr bestätigt, dass ihr Sohn tot ist. Außerdem erfährt sie, dass die Leiche in ein Obduktionslabor gebracht wurde, wo sie aber wohl im Zuge der Wende ebenso verschwindet wie das Obduktionsprotokoll.

Besonders schlimm für Frau Bittner ist, dass die Grenzsoldaten, die ihren Sohn erschossen haben, nur zu Bewährungsstrafen verurteilt werden und sich nicht einmal bei ihr entschuldigen. Außerdem macht der 65-Jähringen zu schaffen, dass sie bis heute nicht weiß, wo ihr Sohn begraben ist. Wie gerne hätte sie einen Platz, an dem sie um Michael trauern könnte, aber niemand sagt ihr, wo sie ihn finden kann - obwohl sie sicher ist, dass es jemanden geben muss, der es weiß.

DDR-Bürgerrechtler

Rainer Eppelmann wird 1943 als Sohn einer Handwerkerfamilie in Berlin geboren. Nach dem Mauerbau kann er das Gymnasium in West-Berlin nicht mehr besuchen und macht stattdessen eine Maurerlehre. Seine Kriegsdienstverweigerung zeigt schon früh seine Ablehnung der SED-Herrschaft, was durch das von 1969 bis 1974 absolvierte Theologiestudium noch verstärkt wird.


Als Pfarrer der Samariter-Gemeinde in Berlin gehört er 1982 zu den Initiatoren des "Berliner Appells" mit der Parole "Frieden schaffen ohne Waffen". 1989 ist er Mitbegründer der Partei "Demokratischer Aufbruch", für die er ein Jahr später auch als Minister ohne besonderen Geschäftsbereich Mitglied der Regierung Modrow wird. Ende 1990 gewinnt er ein Direktmandat für den Bundestag, nachdem der "DA" sich der CDU angeschlossen hat. Bis 2005 bleibt er Bundestagsabgeordneter und ist in verschiedenen Funktionen für die CDU tätig. Seit 1998 ist er darüber hinaus auch Vorstandsvorsitzender der "Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur".

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