Trotz Hightech und Hygiene: Machtlos gegen EHEC-Killer?

Multiresistente Erreger auf dem Vormarsch

Seit vergangener Woche beherrscht ein Bakterium die Schlagzeilen: EHEC sorgt insbesondere bei norddeutschen Frauen für eine zunehmende Anzahl von Durchfallerkrankungen. Bärbel Höhn (Die Grünen) und die Fernseh-Ärztin Dr. Antje-Kathrin Kühnemann diskutieren mit Peter Hahne mögliche Ursachen und Lösungen.

Auch wenn der Großteil der Bevölkerung noch nie etwas von EHEC gehört hat, für Fachleute ist das Bakterium kein Unbekannter - neu ist lediglich die erschreckend hohe Zahl der Erkrankten und mittlerweile auch der an ihm Verstorbenen. Das Tückische an dem Erreger ist nicht nur, dass er blutigen Durchfall hervorruft, durch Schädigung der roten Blutplättchen zu Hirnödemen und Nierenversagen - und damit zum Tod - führen kann. Tückisch ist er auch dadurch, dass er gegen Antibiotika multiresistent ist, selbst Penicillin wirkt nicht auf ihn.

Da das Bakterium zur natürlichen Darmflora von Nutztieren gehört, liegt der Verdacht nahe, dass die Ursache für eine massenhafte Infektion in mangelnder Hygiene zu suchen ist. Doch wie ist das zu erklären in einem Land wie Deutschland, das sicherlich zu den weltweit saubersten zu zählen ist? Oder ist es vielleicht sogar umgekehrt so, dass wir durch übertriebene Hygienemaßnahmen die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers nur ungenügend entwickelt haben? Wie ist es mit der Sauberkeit in den Kliniken bestellt - angesichts zahlreicher Hygieneskandale in den letzten Jahren? Und was macht eigentlich die Politik? Dioxin-Eier, Gammelfleisch, verseuchtes Geflügel und nun krankmachendes Gemüse - was ist mit dem Versprechen, unsere Nahrung sei sicher? Zu diesen und weiteren Fragen werden sich die Verbraucherschützerin Bärbel Höhne (Die Grünen) und Dr. med. Antje-Kathrin Kühnemann in dieser Sendung äußern.

Die Gäste


Antje-Katrin Kühnemann wurde 1947 in München geboren. Nach dem Abitur folgte das Studium der Medizin in München, das sie 1971 mit der Promotion zum Dr. med. abschloss. Bereits während des Studiums arbeitete sie als Ansagerin und Moderatorin freiberuflich für den Bayerischen Rundfunk. In ihrer Assistenzarzt-Zeit beschäftigte sie sich insbesondere mit plastischer Chirurgie, konnte die Facharztausbildung allerdings nicht beenden. Grund dafür war der durchschlagende Erfolg ihrer neuen Fernsehsendung in der ARD "Die Sprechstunde", die ab 1973 vom Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Gegen den Willen der populären Moderatorin wurde die Sendung 2007 eingestellt. In den folgenden Jahren widmete Kühnemann sich daher wieder verstärkt der Medizin in ihrem 1979 eröffneten Diagnostik- und Therapiezentrum "Vital-Zentrum" in Rottach-Egern. Hier ist sie wieder zum Hauptinteresse aus ihren Assistenzzeiten zurückgekehrt: der Beseitigung von Falten. Da sie keine chirurgische Facharztausbildung besitzt, behandelt sie vornehmlich mit Botulinumtoxin (Botox) und Hyaluronsäure. Sie betont allerdings, dass Schönheit an sich keinen Wert darstelle und auch keine kaputte Beziehung reparieren könne. Dr. Antje-Kathrin Kühnemann ist in zweiter Ehe verheiratet. 2010 gab sie bekannt, dass sie an Brustkrebs erkrankt und die Chemo-Therapie jedoch Erfolg versprechend verlaufen sei.


Bärbel Höhn wurde 1952 in Flensburg geboren. Nach dem Abitur studierte sie in Kiel Mathematik und VWL und schloss das Studium mit dem Diplom in Mathematik ab. Nach dem Umzug ins Ruhrgebiet arbeitete sie ab 1978 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Uni Duisburg. 1985 trat sie in die Partei "Die Grünen" ein und vertrat diese für die kommenden vier Jahre im Rat der Stadt Oberhausen. Von 1990 bis 1995 war sie Fraktionssprecherin der Grünen im Landtag von Nordrhein-Westfalen und von 1995 bis 2005 Umwelt- und Verbraucherschutzministerin in NRW.

Seit Oktober 2005 ist Höhn Abgeordnete des Bundestages, bis Mai 2006 auch Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Im Mai 2006 wurde sie zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen gewählt und ist so zuständig für die Bereiche Umwelt, Energie, Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Tierschutz, Bauen und Verkehr. Bärbel Höhn ist verheiratet, Mutter zweier erwachsener Kinder und zweifache Großmutter.

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