Verheizt und ausgebrannt?

Volkskrankheit Burnout

Der frühere Skispringer und der Psychiater Dr. Manfred Lütz sind zu Gast bei Peter Hahne. Sie sprechen über eine Krankheit, die immer wieder in den Medien thematisiert wird - insbesondere wenn Prominente von ihr betroffen sind, wie es dieser Tage wieder der Fall ist.

Hände vor einem Gesicht
Hände vor einem Gesicht Quelle: colourbox
Ralf Rangnick
Ralf Rangnick Quelle: dapd


Die Meldung kommt für die Öffentlichkeit überraschend: Der Trainer des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 Ralf Ragnick tritt mit sofortiger Wirkung von seinem Job zurück. Auslöser ist diesmal nicht - wie sonst in der Branche üblich - die schlechte Leistung der Mannschaft oder ein unbefriedigender Tabellenplatz, Auslöser ist der körperliche und psychische Zustand des Fußball-Lehrers. Er verfüge nicht mehr über das "Energielevel", das nötig sei, eine Profimannschaft zu trainieren, heißt es in seiner persönlichen Erklärung.

Ralf Rangnick leidet an einem chronischen Erschöpfungssyndrom, auch Burnout-Syndrom genannt. Diese Krankheit, in der Mitte der 1970er Jahre zum ersten Mal beschrieben, äußert sich in anhaltender physischer und psychischer Erschöpfung, allgemeiner Antriebsschwäche und fehlender Leistungsfähigkeit. Die Ursachen des Burnout-Syndroms können vielfältig sein. In Frage kommen individuelle Störungen wie übersteigerte Erwartungen an sich selbst, die nicht zu erfüllen sind. Aber auch gesellschaftliche Einflüsse spielen häufig eine Rolle, wenn ein Mensch den von außen an ihn herangetragenen Ansprüchen nicht genügen kann.

Die Gäste:


Dr. Manfred Lütz wurde 1954 in Bonn geboren. Er studierte Medizin, Philosophie und katholische Theologie in Bonn und Rom. 1979 wurde er zum Arzt approbiert. 1981 folgten seine Dissertation und 1982 sein Diplom in Theologie. Zwischen 1989 und 1996 schlossen sich die Ausbildungen an zum Facharzt für Nervenheilkunde, Facharzt für Psychiatrie und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Nachdem er acht Jahre lang als Oberarzt der psychiatrischen Abteilung des Marienhospitals in Euskirchen gearbeitet hat, übernahm er 1997 die Stelle des Chefarztes am Alexianer-Krankenhaus in Köln.

1981 gründete Manfred Lütz in Bonn die integrative Behindertengruppe "Brücke-Krücke". Er ist hochrangiges Mitglied mehrerer katholischer Organisationen und hat sich einen Namen gemacht als Bestseller-Autor mehrerer Bücher, die sich - oft augenzwinkernd - mit theologischen und medizinischen Themen befassen. Das Burnout-Syndrom hält er für eine Modediagnose, die gerade in letzter Zeit inflationär gestellt werde, für "ein Sammelsurium von echten, schweren Störungen bis hin zu leichten Einschränkungen". Dr. Manfred Lütz ist verheiratet und Vater zweier Töchter.


Sven Hannawald wurde 1974 in Erlabrunn im Erzgebirge geboren. In Klingenthal besuchte er die Kinder- und Jugendsportschule und trainierte Skispringen beim SC Dynamo Klingenthal. 1991 übersiedelt er mit seiner Familie in die Nähe von Ulm und besuchte das Skiinternat in Furtwangen, das er mit der mittleren Reife abschloss. Es folgten eine Lehre als Kommunikationselektroniker und die Verpflichtung bei der Bundeswehr, wo er als Sportsoldat in der Sportförderkompanie diente.

Den ersten großen sportlichen Erfolg erreichte er 1998 mit je einer Silbermedaille im Skifliegen und der Mannschaftswertung bei den Olympischen Spielen in Nagano. Es schlossen sich der Sieg bei der Vierschanzentournee sowie je drei weitere Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen an. Im April 2004 wurde bekannt, dass er unter dem Burnout-Syndrom leidet und seine Karriere als Skispringen beenden werde. Ein Jahr später wechselte er das sportliche Metier und versuchte sich als Auto-Rennfahrer. Mittlerweile konnte er auch in dieser Sportart erste Erfolge feiern. Sven Hannawald ist ledig und Vater eines Sohnes.

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