Immer wieder verschwundene Kinder

Vermisst und nie vergessen

Teddy auf dem Waldboden

Gesellschaft | Peter Hahne - Immer wieder verschwundene Kinder

Immer wieder verschwinden Kinder in Deutschland spurlos. Was können Eltern und Behörden tun? Peter Hahne spricht mit Ulf Küch, Kriminalbeamter, und Lars Bruhns von der "Initiative Vermisster Kinder".

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Es ist für nahezu jeden Menschen sehr bewegend, wenn wieder ein Kind vermisst wird, einfach verschwunden, nicht mehr auffindbar ist. Die Menschen hoffen und bangen mit den Eltern, dass alles gut ausgeht. Aktuell sind etwa 3000 Kinder in Deutschland als vermisst gemeldet. In der Regel tauchen sie nach einer Weile wieder auf, waren bei Freunden, Verwandten oder wurden vielleicht durch einen Elternteil durch Kindesentziehung aus seiner Lebensumgebung gerissen. Aber in manchen Fällen endet das Verschwinden dramatisch.

Wie auch immer sich das Verschwinden eines Kindes auflöst, es ist für alle Beteiligten ein furchtbares Erlebnis. Und viele Betroffene fragen sich immer wieder, ob auch genug getan wird, um diese Kinder zu finden. Ob früh und umfangreich genug gesucht wird, um möglicherweise das Schlimmste verhindern zu können.

Peter Hahne hat zu diesen Fragen Gäste eingeladen: Den stellvertretenden Bundesvorsitzenden des Bundes der Kriminalbeamten und Leiter der Kriminalpolizei in Braunschweig. Und Lars Bruhns, Vorstand der "Initiative Vermisste Kinder", die Eltern bei der Suche nach vermissten Kindern unterstützt und ihnen mit Informationen und Beratung zur Seite steht.

Ulf Küch
Ulf Küch

Ulf Küch ist 58 Jahre alt und Vater von vier Kindern. Er arbeitet seit 1974 bei der Polizei. Nach erfolgreichem Studium war er Leiter der Kripo in Wolfenbüttel und später Leiter im Planungsbüro für die Polizeireform.  Seit 2008 ist der Leiter der Kriminalpolizei in Braunschweig und wurde 2009 Landesvorsitzender des Bundes der Kriminalbeamten (bdk) in Niedersachsen und stellvertretender Bundesvorsitzender des bdk.

Oft gehen Beamte bis an ihre Grenzen

Ulf Küch hat in seinem Alltag immer wieder mit Fällen vermisster Personen und dabei natürlich auch verschwundener Kindern zu tun und kennt den psychischen Druck, der auf den Eltern, aber auch auf den Kriminalbeamten lastet.

Bei manchen Kollegen, so erklärt Küch, ist die emotionale Belastung so hoch, dass sie an diesen Fällen regelrecht zerbrechen, auch wenn sie, wie auch die Eltern, psychologische Unterstützung erhalten. Eine Hilfe wäre aus seiner Sicht die Verbindungsdatenspeicherung von Handys, da gerade im Fall der Suche nach vermissten Personen die Funktelefongespräche wichtige Hinweise geben können.

Lars Bruhns
Lars Bruhns

Lars Bruhns, 34, leitet die "Initiative Vermisster Kinder" als Nachfolger seiner Mutter Monika Bruhns, die den Verein 2008 gegründet hatte. Die Initiative unterstützt Eltern, deren Kinder vermisst werden. Sie sammelt Fotos und Beschreibungen von verschwundenen Kindern und veröffentlicht sie auf einer eigenen Internetseite, auf Facebook, Plakaten und mittlerweile in einer eigenen App für Smartphones. Bruhns berichtet, dass bei der Initiative immer wieder verzweifelte Eltern anrufen, die sich von der Polizei nicht ernst genommen fühlen.

Eine regionale Suche reicht nicht

Für Bruhns ist das Engagement der Polizei nicht ausreichend. Er fordert ein schnelleres Eingreifen der Behörden, da die ersten 24 Stunden nach dem Verschwinden eines Kindes entscheidend seien. Und Bruhns plädiert für eine bundesweite Suche der Polizei, statt regionaler Suchaktionen nach den Vermissten; eine Sondereinheit müsste in ganz Deutschland nach den verschwundenen Kindern fahnden.

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