Die verlorenen Söhne des Herrn G.

Von Kassel in den Dschihad

IS-Kämpfer

Gesellschaft | Peter Hahne - Die verlorenen Söhne des Herrn G.

Es ist kaum vorstellbar, dass junge Menschen, die in einem ganz normalen Umfeld in Deutschland aufwachsen, plötzlich radikalisiert in den Dschihad ziehen. Was sind die Gründe für das Verschwinden der Kinder? Und finden sie den Weg wieder zurück?

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 09.01.2017, 00:20 - 00:50
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Peter Hahne spricht mit Joachim Gerhard, einem betroffenen Vater und der Islamismus-Expertin Claudia Dantschke.

Joachim Gerhard bei Peter Hahne
Joachim Gerhard hat zwei Söhne an den IS verloren Quelle: ZDF/Michael Kramers

Joachim Gerhard und seine Frau gehören zu den Leidtragenden, die einen solchen Verlust erlitten und nicht geschwiegen haben. Die beiden Söhne der Familie wuchsen in einem durchschnittlichen deutschen Umfeld auf. Sie waren nicht sonderlich religiös, engagiert in Vereinen, begannen zu studieren. Plötzlich brachen die beiden Brüder das Studium ab, wurden Moslems. Eines Tages waren sie verschwunden, unterwegs nach Syrien, um sich als Dschihadisten dem IS anzuschließen. Zurück blieben verzweifelte Eltern, die nichts geahnt hatten. Vater Joachim fragt sich bis heute, wie es soweit kommen konnte. Was waren die ersten Anzeichen? Was hat er übersehen? Was hätte er tun können? Etwa 760 Jugendliche sind bislang aus Deutschland ausgereist, um sich islamistischen Terrorgruppen anzuschließen. Experten schätzen die Dunkelziffer weitaus höher ein.

Vor zwei Jahren sprach der Vater, dessen beide jungen Söhne von deutschen Salafisten als IS-Kämpfer in den syrischen Dschihad abgeworben wurden, erstmals in der TV-Öffentlichkeit in der Sendung Peter Hahne. Er berichtete Peter Hahne über seinen Verlust, den er bis heute nicht verwunden hat. Verzweifelt versuchte er lange, Kontakt mit seinen Söhnen aufzunehmen, sie dazu zu bewegen, zurückzukommen. Doch wie ist die Situation heute? Gibt es Neuigkeiten von seinen Söhnen, konnte er Kontakt zu ihnen aufbauen?

Claudia Dantschke spricht in einer Sitzung
Claudia Dantschke ist Mitglied des Unterausschusses im Bundestag für "Zivile Krisenprävention" Quelle: imago

Claudia Dantschke arbeitete nach ihrem Studium der Arabistik von 1986 bis 1990 als Fremdsprachenredakteurin in der arabischen Redaktion der damaligen DDR-Nachrichtenagentur ADN. Seit 1993 ist sie als freie Journalistin für die private deutsch-türkische Fernsehanstalt AYPA-TV in Berlin tätig. Seit Dezember 2001 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH Berlin. Die Beratungsstelle HAYAT der ZDK ist Kooperationspartner der Beratungsstelle "Radikalisierung" des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge.

Claudia Dantschke war von 2007 bis 2010 Mitglied des Projektteams "Familien stärken gegen Gewalt und Extremismus“ des ZDK, in dem Angehörige rechtsextrem oder islamistisch orientierter Jugendlicher betreut und beraten werden. Seit Juli 2010 leitet sie die "Arbeitsstelle Islamismus und Ultranationalismus“ (AStIU) in der ZDK gGmbH.

Claudia Dantschke wurde 2010 von der Bürgerrechtsorganisation Humanistische Union (HU) mit dem Ingeborg-Drewitz-Preis ausgezeichnet. Mit dem Preis würdigte die HU ihren Beitrag für eine rationale Diskussion über Islam und Islamismus und ihr Engagement für eine demokratische Kultur. (Quelle: Hayat Deutschland)

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