Vom Umgang miteinander

Ist nur ein zufriedener Mitarbeiter auch ein guter Mitarbeiter?

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich wundern, warum sich niemand wirklich für den richtigen Umgang miteinander einsetzt? Da geht fast das ganze vergangene Jahr das Wort vom Burn-out durch die Medien, und was passiert als Konsequenz? Fast nichts.

Lucy (Sandra Bullock, re.) hat gerade Georges (Hugh Grants, li.) Scheidung durchgeboxt. Das hat ihm mächtig imponiert. Er möchte, dass die clevere Anwältin für sein Unternehmen tätig wird.
Lucy (Sandra Bullock, re.) hat gerade Georges (Hugh Grants, li.) Scheidung durchgeboxt. Das hat ihm mächtig imponiert. Er möchte, dass die clevere Anwältin für sein Unternehmen tätig wird. Quelle: ZDF

Dabei ist das Phänomen Burn-out doch oft nichts Selbstverschuldetes, sondern oft auch entstanden durch eine Vielzahl von Faktoren wie (vermeintlicher) Erwartungsdruck der Umwelt, Umgang der Vorgesetzten mit den Mitarbeitern und der Kollegen untereinander.

Fehlen die richtigen Regel?

In einem Land, in dem fast alles, was sich technisch-quantitativ erfassen lässt, durch Vorschriften und Bestimmungen geregelt ist, gibt es für den Umgang untereinander und für die Erfassung der "Wohlfühl"-Qualität kaum Maßstäbe. Aber wie soll man solche "weichen" Faktoren auch in Regeln gießen?

Insbesondere im Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern kam es allzu oft und allzu lang nur auf Effizienz an, auf "das, was hinten rauskommt". Chefs dachten dabei vor allem in klaren hierarchischen Strukturen von Befehl und Gehorsam und Umsetzung und Erreichung der von oben vorgegebenen Ziele.

Druck macht aus Kohle Diamanten

Zugegeben, dieser Typus des Chefs gehört inzwischen fast schon zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Und nur wenige glauben noch daran, "dass Druck aus Kohle Diamanten macht". Aber noch immer ist das Wohl der Mitarbeiter zu oft egal.


Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet das "Gesetz zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung", das seit 2009 in Kraft ist, in dieser Hinsicht jetzt in vielen Grußunternehmen ein Umdenken eingeleitet hat. Das Gesetz, das variable Vergütungen, also Bonuszahlungen, an die Voraussetzung nachhaltiger Unternehmenserfolge bindet, hat nun die Zufriedenheit der Mitarbeiter in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.

Mitarbeiter bestimmen Managerboni

Unter anderem setzen die Telekom und Volkswagen diesen Anreiz bereits ein und dabei vor allem auf Mitarbeiter-Befragungen. Nur wenn die emotionale Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen stimmt, erhalten die Chefs ihre Boni. Denn durch unmotivierte und wenig engagierte Mitarbeiter verlieren die Unternehmen nicht nur Mitarbeiter, sondern tatsächlich auch Geld.

Nun will auch die Bahn sich an eine solche Mitarbeiterbefragung wagen und lässt derzeit den Fragebogen erarbeiten. Sicher kein leichtes Unterfangen. Aber manchmal reicht eben einfach miteinander reden nicht aus, es braucht den finanziellen Anreiz.

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