Wahrnehmungslücken und blinde Flecke

Griechische Finanzkrise - wirklich weit weg?

Geht es Ihnen auch so wie mir, dass Sie sich manchmal fragen, warum wir alle uns so gern über die einfachen Dinge aufregen und die wirklich wichtigen Fragen ausblenden?

Das tun wir offensichtlich selbst dann, wenn unser Geldbeutel betroffen ist und die Krisen bedrohliche Ausmaße annehmen. Beispiel? Alle Welt redet heute über das Kachelmann-Urteil, jeder hat dazu eine Meinung, die Menschen diskutieren - obwohl es auf ihre Lebensunmittelbarkeit kaum Auswirkungen haben dürfte. Das Aufregungspotential ist da, die Verteilung der Meinungen scheidet sich schön klar und eindeutig in pro oder contra Kachelmann.

Komplizierte Zusammenhänge

Anders dagegen in der Frage, was zukünftig aus der griechischen Finanzkrise wird. Schon seit Tagen gehen wieder Tausende in Athen auf die Straße gegen die Sparpolitik und die Politiker - das Vertrauen in deren Lösungskompetenz ist dahin. Die Griechen heben Geld ab und legen es bei ausländischen Banken an.
Bis morgen soll der Bericht der Experten von Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) vorliegen, die in den vergangenen Wochen die Schuldentragfähigkeit Athens und die Umsetzung des Konsolidierungsprogramms überprüft haben. Ihr Urteil ist entscheidend dafür, dass die nächste Tranche von zwölf Milliarden Euro an Notkrediten freigeben wird - und ob ein neues Rettungspaket geschnürt werden muss. Ohne grünes Licht droht Griechenland im Juli die Pleite.

Das alles hat Auswirkungen auch auf unser Geld. Aber wie das alles zusammenhängt ist kompliziert und doch auch wieder irgendwie weit weg. Noch. Und manchmal so scheint es, ist es eben ganz angenehm, Wahrnehmungslücken zu haben.

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