Wie sicher sind wir noch in Deutschland?

Konsequenzen aus dem Oslo-Attentat

Was bedeutet der Anschlag in Norwegen für die Sicherheitssituation in Deutschland? Der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl und der Kriminalpsychologe Jens Hoffmann diskutieren darüber mit Peter Hahne.

Regierungsgebäude in Oslo
Regierungsgebäude in Oslo Quelle: dpa

Noch stand die genaue Zahl der Toten nicht fest, da meldeten sich hiesige Politiker bereits zu Wort. Wieder einmal war von Verschärfung der Gesetze die Rede, wieder einmal wurde das "Allheilmittel" Vorratsdatenspeicherung beschworen, wieder einmal sollte eine effektivere Kontrolle des Internets solche mörderischen Verbrechen verhindern.

Jens Stoltenberg
Jens Stoltenberg Quelle: reuters


Andere zollten den Norwegern Respekt für den besonnenen Umgang mit dieser Katastrophe; insbesondere der Norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg wurde von einigen Politikern gelobt für seine Feststellung, es sei nun nicht mehr Härte sondern mehr Demokratie nötig.


Doch wie hat sich die Lage in Deutschland verändert? Nach dem Massenmord nur unweit unserer Grenzen stellt sich die Frage, wie wir darauf reagieren sollten, welche der beiden gegensätzlichen Ansätze in Deutschland am ehesten Erfolg versprechen oder sich durchsetzen können. Zu Gast bei Peter Hahne sind zwei ausgewiesene Experten zu diesem Thema: zum einen der CSU-Bundestagsabgeordnete und Innenexperte Dr. Hans-Peter Uhl; ihm gegenüber der Kriminalpsychologe Dr. Jens Hoffmann von der TU Darmstadt.

Die Gäste:


Dr. Jens Hoffmann wurde 1968 geboren. Er studierte Psychologie, Linguistik und Soziologie in Darmstadt und Guildford (Großbritannien) und ist seit 1996 Diplom-Psychologe. Nach dem Studium verfasste er von 1997 bis 2000 im Auftrag des Bundeskriminalamtes (BKA) Wiesbaden als Co-Autor ein Fachbuch über Fallanalyse und Täterprofile. Ab Mai 2002 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Arbeitsstelle für Forensische Psychologie in Darmstadt. Daran anschließend wurde er zum Leiter des Darmstädter Instituts für Psychologie und Bedrohungsmanagement ernannt. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der Kriminal- und Ermittlungspsychologie. Intensiv hat er sich auch mit den Themen Stalking, Täterprofile, Insiderkriminalität und zielgerichtete Gewalt Jugendlicher an Schulen (Amok) beschäftigt. Zu den Anschlägen von Oslo ist er der Ansicht, dass sie nicht vorauszusehen waren, aber über Methoden des Bedrohungsmanagements hätten eventuell vereinzelte Hinweise auf eine bevorstehende Tat hinweisen können.


Dr. Hans-Peter Uhl wurde 1944 in Tübingen geboren. Nach Abitur und zweijährigem Dienst bei der Bundeswehr begann er ein Studium der Rechtswissenschaften in München, das er mit dem Staatsexamen und der Promotion abschloss. 1970 wurde er Mitglied der CSU und arbeitete ab 1975 in der Bayerischen Finanzverwaltung. Von 1978 bis 1988 war Uhl ehrenamtlicher Stadtrat der Landeshauptstadt München. Danach, bis 1998, wurde er zum hauptamtlichen Stadtrat und ließ sich anschließend als Rechtsanwalt nieder. Ebenfalls im Jahr 1998 gewann er das Direktmandat für den Deutschen Bundestag, dem er seit dieser Zeit ununterbrochen angehört. Der Massenmord vom vergangenen Wochenende bringt ihn zu dem Gedanken, dass "wir dies zum Anlass nehmen (sollten), der Frage nachzugehen, ob unsere Sicherheitsbehörden in diesem Bereich - extremistische Propaganda und Verhetzung im Internet - bei Strafverfolgung, Gefahrenabwehr und nachrichtendienstlicher Aufklärung ausreichend erfolgreich tätig sind."

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