Wie viel Flaggen verträgt das Land?

Ist Fußballfieber Nationalismus?

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Gesellschaft | Peter Hahne - Wie viel Flaggen verträgt das Land?

Peter Hahne stellt das Thema der kommenden Sendung vor.

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Es gibt Wortmeldungen von manch politischen Gruppierungen, die können eigentlich nur zu Kopfschütteln führen. So fordert die "Grüne Jugend": Deutsche, nehmt die Fahnen runter". Gemeint ist der schwarz-rot-goldene Jubel während der Fußball Europameisterschaft. Weg mit Flaggen und Fähnchen an Häusern und Autos. Für die Grüne Jugend ist das purer Nationalismus, den sie rigoros ablehnen. Mit Patriotismus hätte dies nichts zu tun. Das sehen etablierte Parteien und natürlich auch die Fußballfans ganz anders. Peter Hahne fragt in seiner Sendung die Bundessprecherin der Grünen Jugend, Jamila Schäfer, wie radikal sie diese Aussage meint. Zu Gast ist auch der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Patzelt, der als wissenschaftlicher Experte für Nationalismus und Patriotismus eine entsprechende Einordnung vornehmen kann.

Jamila Schäfer
Jamila Schäfer

Jamila Schäfer, 1993 in München geboren, ist Bundessprecherin der Grünen Jugend und schreibt für deren Mitgliederzeitung SPUNK. Schäfer hat nichts gegen Fußballfans, sieht es jedoch als problematisch an, dass mit Deutschen Nationalfahnen gejubelt wird. In einem Spiegelinterview sagt sie: "Man könnte die Mannschaft ja auch mit einer DFB-Fahne unterstützen."

Werner Josef Patzelt
Professor Dr. Werner Josef Patzelt

Schäfer stört nach eigenen Angaben schon der Gebrauch nationaler Symbole und erklärt: "Mit der Begeisterung für Deutschland ist nun mal häufig nicht nur die Begeisterung für das Team gemeint, sondern auch für das Vaterland. Wir halten aber nationale Gemeinschaftsgefühle grundsätzlich für gefährlich." Und somit ist für Schäfer der Nationalstolz im und für den Fußball mit seiner Ausdrucksweise durch das Schwenken von Fahnen ein politisches Signal. Sie twittert: "Alle, die meinen, schwarz-rot-goldene Fahnen stünden noch immer für Liberalität & Demokratie haben offenbar noch nie eine Pegida-Demo gesehen."





Professor Dr. Werner Josef Patzelt, geboren 1953, studierte Soziologie und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, der Universität Straßburg sowie der University of Michigan in Ann Arbor. Er promovierte mit einer Arbeit über "Grundlagen der Ethnomethodologie" und habilitierte mit einer Schrift über "Abgeordnete und Repräsentation" an der Universität Passau. 1992 war Patzelt Gründungsprofessor des Instituts für Politikwissenschaften der Technischen Universität Dresden, seit 1994 ist der Mitglied der CDU.

Patzelt sieht im Nationalstolz, im Patriotismus nicht grundsätzlich etwas Schlechtes: "Die Liebe zum Regionalen und darin Bunten. Es war ja immer schon so, dass ein Deutscher zunächst einmal Sachse und Bayer und dann eben auch Deutscher war. Eben darin ist unsere Art des Patriotismus ein gutes Integrationsmittel einer Einwanderungsgesellschaft: Ein türkischer oder syrischer Deutscher kann immer auch seine Wurzeln in der Türkei oder in Syrien pflegen und gleichzeitig ein guter Deutscher sein." (Leipziger Volkszeitung)

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