Sie sind hier:

Alles im Fluss

Rettet unsere Gewässer

von Annie Hofmann und Lisa Wagner

Während alle Welt auf die Zerstörung unserer Meere schaut, bleiben andere Gewässer oft unbeachtet: Auch unsere Flüsse und Seen brauchen Schutz. "plan b" zeigt, wie der gelingen kann.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 17.08.2020

Den Rhein hinauf, von Basel bis an die holländische Grenze, begleitet "plan b" "Gewässerretter", die sich mit ihren innovativen und zukunftsweisenden Erfindungen oder durch ihr Engagement dem Schutz und der Regeneration unserer Binnengewässer verschrieben haben.

Nicht nur zum Baden sind saubere Gewässer wichtig - 30 Millionen Deutsche werden mit Trinkwasser aus dem Uferfiltrat des Rheins versorgt, 4 Millionen mit Wasser aus dem Bodensee. Menschengemachte Begradigungen machen Flüsse für Wasser-Lebewesen unwirtlich, Einleitungen aus Industrie und Landwirtschaft gefährden die Wasserqualität. Mikroplastik und Mikroschadstoffe stellen die Klärwerke vor große Herausforderungen.

Deutschlandweit unterstützen "Bachpaten" ihre Städte ehrenamtlich bei der Gewässerpflege. Unter der Anleitung von Ann Zirker, Diplom-Biologin vom Garten- und Tiefbauamt, gehen zwei Bachpaten-Gruppen in Freiburg am Haslacher Bach ans Werk. Sie prüfen anhand der darin wimmelnden Kleinstlebewesen, wie gesund ihr Bach ist. Außerdem gehen sie dem invasiven Japanknöterich an den Kragen, der sich an den Ufern breitmacht und - so gibt es die EU-Wasserrahmenrichtlinie vor - entfernt werden soll.

Der Zustand unserer Gewässer hängt maßgeblich davon ab, wie sehr wir sie im Blick haben. Bis dato werden unsere Flüsse und Seen meist nur stichprobenartig von Hand untersucht. Das möchten Paul Wermter und sein Team vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ändern. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, haben sie den Messkatamaran "Riverboat" entwickelt, der mit Sensoren, Sonden und Kameras viele Daten in kurzer Zeit sammelt und den Gewässern präzise auf den Grund geht.

Raphael Bosch und Prof. Andreas Fath haben sich in ihrer Forschung ganz der Säuberung unserer Binnengewässer verschrieben. An der Hochschule Furtwangen arbeiten sie an innovativen Wasserfiltern: Sie werten Plastikmüll aus unseren Flüssen zu Filtermaterial auf, um damit wiederum chemische Schadstoffe aus dem Wasser zu ziehen: "Wir haben aus einem niederwertigen Material, vielleicht einer Plastikverpackung, ein Material gemacht, welches uns unsere Gewässer reinigt. Das ist echtes Upcycling", so Prof. Fath.

Der Rhein verbindet als europäische Wirtschaftsachse die Schweiz, Deutschland, Frankreich und die Niederlande. An seinen Ufern stehen Industriewerke, Chemie- und Pharmariesen dicht an dicht - schlechte Wasserqualität war jahrzehntelang das Problem unseres größten Flusses. Viel wurde unternommen, um den Rhein zu retten und den Badenden ihren Fluss zurückzugeben. Am Rheinknie in Basel verbringen die Stadtbewohner den Sommer am Ufer und lassen sich von ihrem Fluss durch die ganze Innenstadt treiben. Das Baden ist hier wieder zu einem regelrechten Volkssport geworden - so sehr, dass auch die historischen Rheinbäder zu ihrer alten Größe zurückfinden.

In den vergangenen Jahrzehnten setzen sich immer mehr Regionen und Initiativen dafür ein, Flussläufe zu renaturieren, um Flora und Fauna ihre Lebensgrundlage zurückzugeben. In der Emmericher Ward, nahe der holländischen Grenze, wurde der Rhein durch eine Nebenstromrinne wieder mit seiner Aue verknüpft. Der Fluss sucht sich hier nun selbst seinen Weg, fließt beruhigter durch die Auen und bietet eine optimale Kinderstube für Jungfische und Kleinstlebewesen. Allmählich kehren auch seltene Arten wie Steinbeißer, Eisvögel und Blaukehlchen in den fruchtbaren Lebensraum zurück.

Innovative Wasserfilter aus Plastikmüll

Raphael Bosch und Prof. Andreas Fath haben sich in ihrer Forschung ganz der Säuberung unserer Binnengewässer verschrieben. An der Hochschule Furtwangen arbeiten sie an innovativen Wasserfiltern: Sie werten Plastikmüll aus unseren Flüssen zu Filtermaterial auf, um damit wiederum chemische Schadstoffe aus dem Wasser zu ziehen: "Wir haben aus einem niederwertigen Material, vielleicht einer Plastikverpackung, ein Material gemacht, welches uns unsere Gewässer reinigt. Das ist echtes Upcycling", so Prof. Fath.

Die Renaissance der Rheinbäder in Basel

Der Rhein verbindet als europäische Wirtschaftsachse die Schweiz, Deutschland, Frankreich und die Niederlande. An seinen Ufern stehen Industriewerke, Chemie- und Pharmariesen dicht an dicht - schlechte Wasserqualität war jahrzehntelang das Problem unseres größten Flusses. Viel wurde unternommen, um den Rhein zu retten und den Badenden ihren Fluss zurückzugeben. Am Rheinknie in Basel verbringen die Stadtbewohner den Sommer am Ufer und lassen sich von ihrem Fluss durch die ganze Innenstadt treiben. Das Baden ist hier wieder zu einem regelrechten Volkssport geworden - so sehr, dass auch die historischen Rheinbäder zu ihrer alten Größe zurückfinden.

In den vergangenen Jahrzehnten setzen sich immer mehr Regionen und Initiativen dafür ein, Flussläufe zu renaturieren, um Flora und Fauna ihre Lebensgrundlage zurückzugeben. In der Emmericher Ward, nahe der holländischen Grenze, wurde der Rhein durch eine Nebenstromrinne wieder mit seiner Aue verknüpft. Der Fluss sucht sich hier nun selbst seinen Weg, fließt beruhigter durch die Auen und bietet eine optimale Kinderstube für Jungfische und Kleinstlebewesen. Allmählich kehren auch seltene Arten wie Steinbeißer, Eisvögel und Blaukehlchen in den fruchtbaren Lebensraum zurück.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.