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Aus alt mach neu

Zweite Chance für den Müll

von Cordula Stadter

455 Kilogramm Hausmüll produziert jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Weltweit stehen wir an fünfter Stelle, denn unser Konsumverhalten besteht aus: kaufen, (be)nutzen, wegwerfen.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.01.2021

Doch müssen wertvolle Rohstoffe einfach auf dem Müll landen? Nein, finden mutige Visionäre, die im Abfall den Stoff der Zukunft erkennen. Sie lassen aus alten Ressourcen wieder neue Produkte entstehen – Kreislaufwirtschaft nennt man das.

Anna Bergström hat seit über vier Jahren eine Mission: sammeln, sortieren und wiederverwerten. Die 46-Jährige leitet in der schwedischen Kleinstadt Eskilstuna das erste Recycling-Kaufhaus der Welt. Alles, was die 65 000 Bürger Eskilstunas nicht mehr brauchen, von Kleidung über Fahrräder bis hin zu Elektrogeräten, wird hier aufbereitet und wieder verkauft. Bergström möchte die viele Waren am liebsten direkt wiederverwerten, ohne sie erst mühevoll in ihre Einzelteile zu zerlegen.

Doch nicht alle Sachen können auf diesem Weg weiterverwendet werden. Deshalb hat Vesa Hiltula, der Chef der Abfallwirtschaft von Eskilstuna, für den Rest ein ausgeklügeltes System entwickelt: Jeder trennt schon zu Hause seinen Müll in sieben verschiedenfarbigen Tüten. Aber funktioniert das wirklich im Familien-Alltag? Oft wissen wir gar nicht, aus welcher Art von Plastik unsere Verpackungen bestehen: PET, Polypropylen oder Verbundplastik mit Metallschicht? Vesa Hiltula ist überzeugt: "Du warst in der Schule, hast einen Führerschein. Dann kannst Du auch sortieren!"

Sortenreine Verpackungstrennung

Dass Sortieren die Königsdisziplin beim Recycling von Verpackungen ist, hat auch der deutsche Ingenieur Jochen Moesslein erkannt. Deshalb hat er ein Verfahren entwickelt, mit dem man besonders schnell große Verpackungsmengen trennen kann. Sein "Feenstaub" – eine fast unsichtbare Markierung auf der Verpackung – kann sekundenschnell von einem Laser erfasst werden und dadurch Verpackungen sortenrein trennen. Kann Moesslein mit dieser Innovation auch die Großen der Verpackungsindustrie überzeugen?

Wasserflaschen aus recyceltem PET

Doch wie kann man Verpackungen so gestalten, dass sie einfach im Kreislauf bleiben? Dieses Problem beschäftigt auch den österreichischen Mineralwasser-Hersteller Vöslauer. Die Geschäftsführer Birgit Aichinger und Herbert Schlossnikl setzen auf Flaschen aus 100 Prozent recyceltem PET. Das ist derzeit noch eine Herausforderung, denn das sogenannte RePET ist in großen Mengen immer noch knapp. Und wie sieht es mit der Ökobilanz aus, gerade wenn man weite Transportwege mit einrechnet?

Um diese weiten Wege zu vermeiden, hat der taiwanesische Designer Arthur Huang eine Idee: Jede Kleinstadt soll mit Mini-Recycling-Anlagen ihren Müll direkt vor Ort wiederverwerten. Auch das mondäne Porto Cervo auf Sardinien. Denn gerade dort entsteht während der Hochsaison im Sommer viel zu viel Müll. Warum ihn also nicht mit Arthur Huangs "Mini-Trashpresso" direkt vor Ort in neue Produkte wie Sonnenbrillen und Handyhüllen transformieren? Plastikmüll ist für den Designer der Rohstoff der Zukunft. Er hat schon ein Flugzeug, Boote und ganze Häuser daraus gebaut. Müll wird so im Kreislauf zum Schatz.

Anna Bergström hat seit über vier Jahren eine Mission: sammeln, sortieren und wiederverwerten. Die 46-Jährige leitet in der schwedischen Kleinstadt Eskilstuna das erste Recycling-Kaufhaus der Welt. Alles, was die 65 000 Bürger Eskilstunas nicht mehr brauchen, von Kleidung über Fahrräder bis hin zu Elektrogeräten, wird hier aufbereitet und wieder verkauft. Bergström möchte die viele Waren am liebsten direkt wiederverwerten, ohne sie erst mühevoll in ihre Einzelteile zu zerlegen.

Doch nicht alle Sachen können auf diesem Weg weiterverwendet werden. Deshalb hat Vesa Hiltula, der Chef der Abfallwirtschaft von Eskilstuna, für den Rest ein ausgeklügeltes System entwickelt: Jeder trennt schon zu Hause seinen Müll in sieben verschiedenfarbigen Tüten. Aber funktioniert das wirklich im Familien-Alltag? Oft wissen wir gar nicht, aus welcher Art von Plastik unsere Verpackungen bestehen: PET, Polypropylen oder Verbundplastik mit Metallschicht? Vesa Hiltula ist überzeugt: "Du warst in der Schule, hast einen Führerschein. Dann kannst Du auch sortieren!"

Dass Sortieren die Königsdisziplin beim Recycling von Verpackungen ist, hat auch der deutsche Ingenieur Jochen Moesslein erkannt. Deshalb hat er ein Verfahren entwickelt, mit dem man besonders schnell große Verpackungsmengen trennen kann. Sein "Feenstaub" – eine fast unsichtbare Markierung auf der Verpackung – kann sekundenschnell von einem Laser erfasst werden und dadurch Verpackungen sortenrein trennen. Kann Moesslein mit dieser Innovation auch die Großen der Verpackungsindustrie überzeugen?

Doch wie kann man Verpackungen so gestalten, dass sie einfach im Kreislauf bleiben? Dieses Problem beschäftigt auch den österreichischen Mineralwasser-Hersteller Vöslauer. Die Geschäftsführer Birgit Aichinger und Herbert Schlossnikl setzen auf Flaschen aus 100 Prozent recyceltem PET. Das ist derzeit noch eine Herausforderung, denn das sogenannte RePET ist in großen Mengen immer noch knapp. Und wie sieht es mit der Ökobilanz aus, gerade wenn man weite Transportwege mit einrechnet?

Um diese weiten Wege zu vermeiden, hat der taiwanesische Designer Arthur Huang eine Idee: Jede Kleinstadt soll mit Mini-Recycling-Anlagen ihren Müll direkt vor Ort wiederverwerten. Auch das mondäne Porto Cervo auf Sardinien. Denn gerade dort entsteht während der Hochsaison im Sommer viel zu viel Müll. Warum ihn also nicht mit Arthur Huangs "Mini-Trashpresso" direkt vor Ort in neue Produkte wie Sonnenbrillen und Handyhüllen transformieren? Plastikmüll ist für den Designer der Rohstoff der Zukunft. Er hat schon ein Flugzeug, Boote und ganze Häuser daraus gebaut. Müll wird so im Kreislauf zum Schatz.

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