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Die Reparatur-Revolution

Weiternutzen statt wegwerfen

von Christian Bock und Birgit Tanner

Lieber kaufen statt reparieren? Elektrogeräte sind reine Wegwerfartikel geworden. Gegen diesen Trend stemmen sich immer mehr Menschen. Sie fordern das Recht auf Reparatur.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.12.2020

Detlef Vangerow aus Reutlingen ist sauer. In einem Wertstoff-Container findet er statt Schrott häufig Elektrogeräte, die funktionieren oder nur leicht beschädigt sind: Staubsauger, Mixer, Radios. "Wie weit ist es gekommen, dass wir so etwas wegwerfen?", fragt er.

Ausbildung von "Reparateuren"

2015 schmissen die Deutschen laut einer Studie des Umweltbundesamtes 722 000 Tonnen Elektro-Altgeräte weg. Viel zu viele, meint Detlef Vangerow. Er weiß aus Erfahrung: Viele Geräte könnte man reparieren und weiter benutzen. Deshalb hat er ein Unternehmen gegründet, das "Reparateure" ausbildet und mithilft, den alten Geräten zu mehr Lebenszeit zu verhelfen - oder sie sogar "besser als neu" zu machen. Röhrenradios aus grauer Vorzeit mit Musik-WLAN, Waschmaschinen mit Handysteuerung - alles ist denkbar.

Von einer "Reparatur-Revolution" würde auch die Wirtschaft profitieren. Laut einer Studie von 2016, die von der Unternehmensberatung McKinsey mit erstellt wurde, könnte die Wirtschaft bis 2030 jährlich um 0,3 Prozent schneller wachsen, wenn Rohstoffe möglichst lange genutzt werden. Eine längere Nutzungsdauer von Elektrogeräten hätte auch positive Auswirkungen auf die Umwelt: Viele Rohstoffe, die in den Geräten verbaut werden, sind knapp, die Entsorgung ist schwierig.

Secondhand-Kaufhaus "De Kringwinkel"

2015 warfen die Deutschen laut einer Studie des Umweltbundesamtes 722 000 Tonnen Elektro-Altgeräte weg. Viel zu viel, meint Detlef Vangerow. Er weiß aus Erfahrung: Viele Geräte könnte man reparieren und weiter benutzen. Deshalb hat er ein Unternehmen gegründet, das "Reparateure" ausbildet und mithilft, den alten Geräten zu mehr Lebenszeit zu verhelfen - oder sie sogar "besser als neu" zu machen. Röhrenradios aus grauer Vorzeit mit Musik-WLAN, Waschmaschinen mit Handysteuerung - alles ist denkbar.

Von einer "Reparatur-Revolution" würde auch die Wirtschaft profitieren. Laut einer Studie von 2016, die von der Unternehmensberatung McKinsey mit erstellt wurde, könnte die Wirtschaft bis 2030 jährlich um 0,3 Prozent schneller wachsen, wenn Rohstoffe möglichst lange genutzt würden. Eine längere Nutzungsdauer von Elektrogeräten hätte auch positive Auswirkungen auf die Umwelt: Viele Rohstoffe, die in den Geräten verbaut werden, sind knapp, die Entsorgung ist schwierig.

In Belgien hat man bereits ein System, das das Reparieren fördert: "De Kringwinkel". Wie in Deutschland werden auch in Belgien Elektronikgeräte, Kleidung, Fahrräder und so weiter gesammelt. Allerdings müssen die Belgier nicht auf einen Wertstoffhof fahren. Es genügt ein Anruf, und die Mitarbeiter von "De Kringwinkel" holen die Geräte ab, reparieren sie und verkaufen sie günstig. Die Ressourcen-Schonung steht an erster Stelle. "Wir müssen anders mit unserer Umwelt umgehen, sonst sehen wir alle bald alt aus", sagt Reparateur Bert.

"plan b" zeigt, wie das Reparieren wieder attraktiv werden kann und alle davon profitieren: die Verbraucher, die Wirtschaft und die Umwelt.

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