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Eine Frage der Würde

Alltag für Demenzkranke

1,7 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz. Vieles schaffen sie nicht mehr alleine, wollen aber so lange wie möglich am normalen Leben teilnehmen. Wie kann das gelingen?

Videolänge:
28 min
Datum:
20.09.2018
:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 16.06.2023

Schon jetzt ist jeder zehnte Mensch über 65 Jahren betroffen. 2050 werden es fast doppelt so viele sein, schätzen Experten. Und die brauchen Hilfe im Alltag. Einige Kommunen machen vor, wie wir Demenzkranken ein Leben mitten in der Gesellschaft ermöglichen können.

Ostfildern bezieht Demenzkranke in das Stadtleben mit ein

Das baden-württembergische Ostfildern zum Beispiel. Hier ist das Thema Demenz schon lange kein Tabu mehr. So kann die 81-jährige Felicitas Warth weiter auf dem Markt einkaufen gehen, trotz ihrer Krankheit. Die Händler wissen, wie sie mit demenzkranken Menschen umgehen können - wenn diese statt der üblichen 20 Eier einmal 30 bestellen oder Felicitas Warth heute das Wort für Birnen nicht einfallen will. "Sie brauchen dann einfach ein bisschen länger, und die Zeit muss man sich nehmen", sagt Obsthändlerin Bärbel Bader.

Ostfildern bezieht demenziell erkrankte Menschen bewusst in das Stadtleben ein. Elf bürgerschaftliche Projekte bietet die Kommune an: von der Stadt und den Pflegekassen finanziert, von engagierten Bürgern umgesetzt, wie etwa das Mal-Atelier, Sportstunden, Besuchsdienste, Handwerkshilfen oder Tages-Betreuungsdienste.

Den gewohnten Alltag weiterführen im Maria-Martha-Stift

Das baden-württembergische Ostfildern zum Beispiel. Hier ist das Thema Demenz schon lange kein Tabu mehr. So kann die 81-jährige Felicitas Warth weiter auf dem Markt einkaufen gehen, trotz ihrer Krankheit. Die Händler wissen, wie sie mit demenzkranken Menschen umgehen können - wenn diese statt der üblichen 20 Eier einmal 30 bestellen oder Felicitas Warth heute das Wort für Birnen nicht einfallen will. "Sie brauchen dann einfach ein bisschen länger, und die Zeit muss man sich nehmen", sagt Obsthändlerin Bärbel Bader.

Ostfildern bezieht demenziell erkrankte Menschen bewusst in das Stadtleben ein. Elf bürgerschaftliche Projekte bietet die Kommune an: von der Stadt und den Pflegekassen finanziert, von engagierten Bürgern umgesetzt, wie etwa das Mal-Atelier, Sportstunden, Besuchsdienste, Handwerkshilfen oder Tages-Betreuungsdienste.

Teilhabe und Normalität, das wünschen sich die meisten Betroffenen. Im bayerischen Maria-Martha-Stift leben die Bewohner den Alltag, den sie ein Leben lang gewohnt sind, ob mit Haushalt, Fahrradfahren oder spontanen Ausflügen an den nahe gelegenen Bodensee. So kommen auch die Pflegekräfte ab und an in den Genuss leichterer Momente. Eine Win-win-Situation: Die Mitarbeiter melden sich hier seltener krank als in anderen Pflegeheimen, und die Senioren bleiben länger fit.

"Natürlich ist es nicht schön, eine Demenz zu haben", sagt Sonja Köpf von der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft, "aber das Leben ist damit nicht zu Ende. Demenz ist heute noch immer ein Schreckensgespenst für viele. Und wir möchten, dass auch deutlich wird: Auch wenn der Kopf nicht mehr so funktioniert, wie wir das vielleicht gewohnt sind, das Leben ist dennoch lebenswert."

So kann die letzte Zeit des Lebens bei Demenz aussehen. Eben eine Frage der Würde.

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