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Fair statt billig

Mehr Geld für Bauern

Gesellschaft | plan b - Fair statt billig

Stell Dir vor, Du bestimmst den Preis. Wie viel soll Milch kosten? Ein paar Mausklicks entscheiden: Darf die Kuh auf die Wiese? Und der Bauer in Urlaub? Ja! Das kostet ein paar Cent mehr.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.02.2019, 00:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

In Frankreich geht das. "C'est qui le Patron?" heißt die Initiative. Wer ist der Boss? Auf der Website stimmen Verbraucher über Milch- und Pizza-Preise ab. Viele zahlen gern etwas mehr für glückliche Kühe, gesunde Milch und Bauern, die von ihrer Arbeit leben können. Konsumenten übernehmen Verantwortung für diejenigen, die ihre Lebensmittel erzeugen, und deren Existenz doch immer wieder von Niedrigpreisen bedroht ist.

Sorgen der Milchbauern

Jeder dritte Milchbauer in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren aufgegeben. Jörg Ostermeier im Allgäu ist einer von ihnen. Seit dem letzten großen Milchpreisverfall 2016 hat er sich entschlossen, die Milchviehhaltung aufzugeben. "Mit dem Einkommen hier kann ich einfach keine Familie ernähren, sondern muss immer nebenbei arbeiten gehen, damit wir überhaupt uns das Hobby hier leisten können", sagt er. Nach Jahren harter Arbeit für wenig Geld muss er seine Kühe zum Schlachthof bringen. Doch auch in Deutschland gibt es Ideen, die seine Welt ein klein wenig besser machen könnten.

Verbraucher packen mit an

In Frankreich geht das. "C'est qui le Patron?" heißt die Initiative. Wer ist der Boss? Auf der Website stimmen Verbraucher über Milch- und Pizza-Preise ab. Viele zahlen gern etwas mehr für glückliche Kühe, gesunde Milch und Bauern, die von ihrer Arbeit leben können.

Gemüsebeete in der Stadt

Konsumenten übernehmen Verantwortung für diejenigen, die ihre Lebensmittel erzeugen, und deren Existenz doch immer wieder von Niedrigpreisen bedroht ist. Jeder dritte Milchbauer in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren aufgegeben. Jörg Ostermeier im Allgäu ist einer von ihnen. Seit dem letzten großen Milchpreisverfall 2016 hat er sich finanziell nicht mehr erholt. Nach Jahren harter Arbeit für wenig Geld muss er seine Kühe zum Schlachthof bringen. Doch auch in Deutschland gibt es Ideen, die seine Welt ein klein wenig besser machen könnten.

Die Initiative "Solidarische Landwirtschaft" - Solawi - will eine Brücke bauen zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Wer mitmacht, muss auch mal die Ärmel hochkrempeln und bei der Ernte helfen. So lernt ein Städter mit Bürojob schnell, wie viel Zeit und Schweiß in ein paar Möhren stecken - und wie viel die Arbeit des Bauern wirklich wert ist. Da ist ein fairer Preis selbstverständlich, auch wenn der höher ist als im Discounter um die Ecke. Etwa 130 Höfe in Deutschland haben sich dem Netzwerk bereits angeschlossen.

In der Bauhaus-Stadt Dessau kommt die Landwirtschaft zum Verbraucher. Äcker zwischen Plattenbauten. Und schon bald wollen die Nachbarn hier auch Vieh halten, denn sie haben nicht nur ein größeres Verständnis für die Natur, sondern auch Ehrgeiz entwickelt: Jetzt wollen sie ihr Wohngebiet durch eine Biogasanlage selbst mit Energie versorgen.

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