plan b: Glückliche Familien - zufriedene Chefs

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Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen – das ist für viele immer noch ein Kraftakt Doch muss das eigentlich sein?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 21.01.2018, 16:35
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2017

Die Dokumentationsreihe "plan b" präsentiert Lösungen, wie man Kinder und Karriere in Einklang bringen kann.

Paradebeispiel: Dänemark

Dort wird großer Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelegt. Rina und Niels Lauritzen Trautner leben mit ihren drei Kindern in Kopenhagen. Wenn sie um 15:30 Uhr die Arbeit verlassen, um ihre Kinder abzuholen, werden sie weder vom Chef noch von den Kollegen schief angesehen.

Dänemark hat – neben Schweden - die besten Betreuungsmöglichkeiten der Welt. Das Angebot wird entsprechend genutzt. Etwa 80 Prozent der sechs- bis zehnjährigen Kinder werden in Dänemark außerhalb der Schulzeiten betreut. Außerdem setzen viele dänische Firmen auf flexible Arbeitszeiten und Eigenverantwortung. Dabei ist es nicht so wichtig, dass die Mitarbeiter im Büro anwesend sind, sondern dass sie eigenständig ihre Aufgaben erfüllen.

Und in Deutschland?

Viele Jahre ist bei uns viel zu wenig passiert, um die Vereinbarkeit von Kindern und Karriere zu verbessern. Mittlerweile gibt es das Elterngeld und den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. Und inzwischen denken auch die deutschen Unternehmen um und versuchen, auf die Bedürfnisse der Familien einzugehen.

So wie der Kabelhersteller U.I. Lapp in Stuttgart. Er ist 2016 vom Familienministerium zum familienfreundlichsten Unternehmen Deutschlands in der Kategorie "Mittlere Unternehmen" ausgezeichnet worden. Die Firma bietet Teilzeitmodelle für Führungskräfte, Kita-Belegplätze – und spezielle Angebote für Beschäftigte, die Familienangehörige pflegen müssen. Denn auch das gehört zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Gerade in Zeiten, in denen die Menschen immer älter werden.

Pflege von Familienangehörigen

Elena Katsamaki hat erfahren, wie wichtig das ist: Als ihr Vater erkrankte, hat sie weite Teile seiner Pflege übernehmen können. Wenn sie zwischendurch einige Stunden am Arbeitsplatz fehlte, war das für den Vorgesetzten kein Problem. Sie konnte die Arbeitszeit flexibel ausgleichen. Mittlerweile hat sie sich sogar zur "Pflegelotsin" ihrer Firma ausbilden lassen. Teil dieser Aufgabe: Kollegen beraten, die in ähnlichen Situationen stecken, erklären, welche Leistungen sie beantragen können und wie man Pflege und Arbeit am besten unter einen Hut bekommt.

Umdenken durch Fachkräftemangel

Arzu Dreier arbeitet beim deutsch-französischen Flugzeughersteller Airbus. Die Luftfahrtingenieurin ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach den Geburten hat sie jeweils acht bis zwölf Monate ausgesetzt. Bei Airbus war der Wiedereinstieg in den Job kein Problem - in Vollzeit, so wie Arzu Dreier es wollte. Denn das Unternehmen fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gezielt. Zum Angebot gehören nicht nur die Betriebs-Kita und die Möglichkeit, Homeoffice zu machen, sondern auch eine Wiedereinstiegsgarantie für Mitarbeiter nach der Elternzeit. Natürlich bietet der Konzern das alles nicht nur aus Nächstenliebe an. In Zeiten des Fachkräftemangels will Airbus vor allem gut ausgebildete Frauen an sich binden.

Väter in Elternzeit

Aber nicht nur junge Mütter fordern heutzutage eine bessere Vereinbarkeit von Kids und Karriere – auch immer mehr Väter wünschen sich das, weiß Volker Baisch, Gründer der gemeinnützigen "Väter gGmbH". Der Berater setzt sich seit Jahren dafür ein, Deutschland väter- und somit familienfreundlicher zu machen. Eines seiner Ziele: Mehr Väter in Deutschland sollen Elternzeit nehmen – auch länger. Momentan sind es meist nur zwei Monate. Viele Männer trauen sich noch nicht – aus Angst vor Einkommensverlusten und beruflichen Nachteilen.

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