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Im Urlaub Gutes tun

Voller Einsatz statt all-inclusive

von Sebastian Kentner und Jochen Klöck

Wir sind Europas Reisekönige. Doch viele wollen nicht mehr nur noch faul am Strand liegen, sondern nutzen ihren Urlaub, um Land und Leute kennenzulernen, im besten Fall sogar, um Gutes zu tun.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.12.2019

Das kann man inzwischen - fertig organisiert - über Reiseveranstalter buchen. Über 25 sogenannte Volunteer-Reiseveranstalter sind seit den letzten Jahren auf dem Markt. Oft jedoch schaden diese teuren Programme vor Ort mehr, als sie Gutes tun.

Dabei geht es auch anders. Zum Beispiel in Südafrika. Es ist das erste Land der Welt, das für seine Volunteer-Projekte ein Qualitätssiegel erstellt hat. Seit Juni 2016 nehmen Freiwillige in "Fair Trade"-zertifizierten Projekten der örtlichen Bevölkerung keine Jobs weg, sondern schaffen im Idealfall neue Jobs, da die Volunteers zertifizierte Betreuung bekommen. Zum Beispiel bei der Interaktion mit Kindern und Wildtieren, die nur noch unter Begleitung von Fachkräften erlaubt ist. Mit Babylöwen in einer Aufzuchtstation zu kuscheln, ist unter dem Zertifikat nicht mehr möglich.

Mit Expertenwissen in Marokko helfen

Auch in Deutschland denkt man weiter. Der Senior Experten Service paart Anfragen von Organisationen aus Schwellen- und Entwicklungsländern mit Berufstätigen und Rentnern, die vor Ort als "Experten" ihr im Berufsleben angehäuftes Wissen weitergeben. Der Wiesbadener Agraringenieur und Ökobauer Dr. Ralf Schaab "opfert" so seit bald 20 Jahren einen Teil seines Jahresurlaubs, um Organisationen auf der ganzen Welt zu helfen. "Ich könnte mir ein Leben ohne diese Aufenthalte nicht mehr vorstellen. Klar helfe ich vor Ort. Aber die Reisen geben mir so viel. Das will ich auf keinen Fall missen." In Marokko hilft er einem Ökobetrieb mit geistig beeinträchtigten Angestellten, endlich schwarze Zahlen zu schreiben.

Wwoofing in Baden-Württemberg

Reisen und dabei Gutes tun geht - und das sogar vor unserer Haustür: Mit wwoofing. Das heißt: vier bis sechs Stunden Arbeit am Tag, in der Regel auf einem Bauernhof. Dafür gibt es Kost und Logis umsonst. Frau Ehnes vom Eulenhof im baden-württembergischen Dogern nimmt seit sechs Jahren Wwoofer auf und ist begeistert. Denn die Wwoofer sind hochmotivierte Leute mit großem Wissenshunger, die schnell lernen und ihr richtig viel Arbeit auf dem Hof abnehmen. Ohne diese freiwilligen Helfer, das weiß sie, hätte sie ein Problem. "So viel kann ich keiner Honorarkraft zahlen, dass sie sich genauso reinhängt wie ein Wwoofer."

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