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Kampf gegen Killerkeime

Neue Strategien gegen Antibiotikaresistenzen

von Torsten Mehltretter

Jedes Jahr sterben 33 000 Menschen in Europa an Infektionen mit antibiotikaresistenten Keimen. "plan b" zeigt Konzepte, die eine Ausbreitung der gefährlichen Keime verhindern können.

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30 min
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27.02.2020
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UT - DGS
Video verfügbar bis 26.02.2021

Massentierhaltung, fehlende Krankenhaushygiene, die vorschnelle Vergabe von Antibiotika - die Ursachen für die Verbreitung sind vielfältig. Antibiotikaresistenzen gelten als eine der größten medizinischen Herausforderungen des Jahrhunderts.

Ron Hendrix beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Infektionskrankheiten in Krankenhäusern. Der Niederländer ist Hygienearzt und berät einen deutschen Klinikverband im Münsterland. "Wir haben in den Niederlanden früh erkannt, dass wir die Verbreitung der Keime genauso kompromisslos bekämpfen müssen wie die eigentlichen Infektionen. Dazu müssen wir aber möglichst schnell wissen, mit welchen Keimen wir es zu tun haben." Hendrix hat dafür gesorgt, dass auch deutsche Kliniken ihre Labore wieder öffnen. Viele deutsche Krankenhäuser hatten die eigene Labordiagnostik Anfang der 2000er-Jahre aus Kostengründen aufgegeben. Ein Irrweg meint Hendrix.

Schweineaufzucht ohne Antibiotika

In Dänemark sind nach der nachgewiesenen Vermehrung von antibiotikaresistenten Keimen durch die Massentierhaltung die Bauern unter Druck geraten. Freiwillig haben sie sich dazu entschlossen, den Einsatz von Antibiotika massiv zu reduzieren. Schweinebauer Sören Bonde ist einer von 2000 Viehzüchtern, die versuchen, ihre Mastschweine völlig ohne Antibiotika großzuziehen. Mit großem Erfolg.

Mit Phagen gegen antibiotikaresistente Keime

In Belgien hat der Mediziner Patrick Soentjens das Gesundheitsministerium davon überzeugen können, Phagen als Therapie gegen hartnäckige antibiotikaresistente Keime zuzulassen. Phagen sind spezielle Viren, die Bakterien töten. Soentjens ist sicher, dass diese altbekannte, aber fast in Vergessenheit geratene Medizin viele Menschenleben retten wird: "Wenn wir den Kampf gegen die Resistenzen gewinnen wollen, müssen wir alle Erfolg versprechenden Methoden anwenden, und Phagen gehören eindeutig dazu. Es gibt zahlreiche nachgewiesene Erfolgsgeschichten aus Osteuropa." Belgien ist das erste westeuropäische Land, das die Phagen als Medikamente anerkannt hat.

Massentierhaltung, fehlende Krankenhaushygiene, die vorschnelle Vergabe von Antibiotika - die Ursachen für die Verbreitung sind vielfältig. Antibiotikaresistenzen gelten als eine der größten medizinischen Herausforderungen des Jahrhunderts.

Ron Hendrix beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Infektionskrankheiten in Krankenhäusern. Der Niederländer ist Hygienearzt und berät einen deutschen Klinikverband im Münsterland. "Wir haben in den Niederlanden früh erkannt, dass wir die Verbreitung der Keime genauso kompromisslos bekämpfen müssen wie die eigentlichen Infektionen. Dazu müssen wir aber möglichst schnell wissen, mit welchen Keimen wir es zu tun haben." Hendrix hat dafür gesorgt, dass auch deutsche Kliniken ihre Labore wieder öffnen. Viele deutsche Krankenhäuser hatten die eigene Labordiagnostik Anfang der 2000er-Jahre aus Kostengründen aufgegeben. Ein Irrweg meint Hendrix.

In Dänemark sind nach der nachgewiesenen Vermehrung von antibiotikaresistenten Keimen durch die Massentierhaltung die Bauern unter Druck geraten. Freiwillig haben sie sich dazu entschlossen, den Einsatz von Antibiotika massiv zu reduzieren. Schweinebauer Sören Bonde ist einer von 2000 Viehzüchtern, die versuchen, ihre Mastschweine völlig ohne Antibiotika großzuziehen. Mit großem Erfolg.

In Belgien hat der Mediziner Patrick Soentjens das Gesundheitsministerium davon überzeugen können, Phagen als Therapie gegen hartnäckige antibiotikaresistente Keime zuzulassen. Phagen sind spezielle Viren, die Bakterien töten. Soentjens ist sicher, dass diese altbekannte, aber fast in Vergessenheit geratene Medizin viele Menschenleben retten wird: "Wenn wir den Kampf gegen die Resistenzen gewinnen wollen, müssen wir alle Erfolg versprechenden Methoden anwenden, und Phagen gehören eindeutig dazu. Es gibt zahlreiche nachgewiesene Erfolgsgeschichten aus Osteuropa." Belgien ist das erste westeuropäische Land, das die Phagen als Medikamente anerkannt hat.

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