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Neuer Job im neuen Land

Fachkräfte von morgen

von Kristina Forbat

Sie pflegen in Krankenhäusern, unterrichten an Schulen, arbeiten als Handwerker: Immer mehr Flüchtlinge entlasten den Arbeitsmarkt. Doch der Neustart ist nicht immer einfach.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.06.2020

Bürokratische Hürden, Sprachprobleme, kulturelle Unterschiede: Wenn Geflüchtete ihren ersten Job antreten, braucht es viel Eigeninitiative und kreative Konzepte. "plan b" zeigt, was getan wird, damit Geflüchtete und Einheimische profitieren.

Die Ausbildung in der Krankenpflege ist für den 23-jährigen Syrer Ismaail Alali eine große Herausforderung. Gerade die körperliche Nähe zu Patienten machte ihm anfangs zu schaffen, denn angestellte Pflegekräfte konzentrieren sich in syrischen Krankenhäusern eher auf medizinische Tätigkeiten. "Bei der Körperpflege in meiner Heimat ist es so, dass die Angehörigen das meistens selbst machen." Mit den Patienten kann er sich mittlerweile gut verständigen – innerhalb von drei Jahren hat er Deutsch gelernt, doch die vielen medizinischen Fachbegriffe sind immer noch eine große Herausforderung für ihn.

Das Krankenhaus im nordrhein-westfälischen Düren hat das Ziel, Flüchtlinge wie Ismaail in Arbeit zu bringen und sie sprachlich und fachlich für heimische Anforderungen fit zu machen. Fünf Geflüchtete sind dort aktuell in der Pflege beschäftigt. Wegen des hohen Fachkräftemangels – 40 000 offene Pflegestellen bundesweit – könnte das Krankenhaus ohne ausländische Bewerber seine Ausbildungsplätze nicht mehr besetzen.

Mit "Lehrkräfte Plus" neu durchstarten

Wie wichtig die berufliche Perspektive für Flüchtlinge ist, erlebt auch Rufaida Mahmoud: "Wenn man arbeitet, besonders wir als Flüchtlinge hier, bekommen wir unsere Würde wieder zurück." Die ausgebildete Französischlehrerin sprach vor ihrer Flucht aus Syrien kein Wort Deutsch. Sie nahm an dem Bildungsprogramm "Lehrkräfte Plus" für geflüchtete Lehrer teil und unterrichtet inzwischen deutsche Schüler.

Berufliche Integration statt Fachkräftemangel

Deutschland braucht händeringend solche Fachkräfte. Innerhalb der EU zählt die Bundesrepublik zu den Spitzenreitern bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen. Im Oktober 2018 waren 35 Prozent der neu zugezogenen Ausländer beschäftigt. Gleichzeitig steht das Land weiterhin vor der großen Aufgabe, eine hohe Anzahl junger, vornehmlich männlicher und niedrig qualifizierter Geflüchteter in den Arbeitsmarkt zu bringen.

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