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Patientenwohl vor Profitstreben

Medizin im Sinne des Menschen

von Stella Könemann

Wenn der Mensch krank wird, muss er Ärzten und Krankenhäusern vertrauen. Doch bietet auch jedes Krankenhaus die beste Versorgung? Mediziner und Häuser stehen unter hohem ökonomischen Druck.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.02.2021

Der eigentliche Auftrag, die bestmögliche Patientenversorgung, kann dann schon mal unter wirtschaftliche Erwägungen untergeordnet werden. "plan b" trifft Menschen, die im Gesundheitssystem nach Wegen suchen, den Patienten wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Seit Einführung der Fallpauschalen 2004 wird jede Krankheit mit einem festen Preis versehen - mit dem Ergebnis, dass einige Eingriffe weitaus rentabler sind als andere. Dr. Alexander Risse vom Städtischen Klinikum Dortmund ist überzeugt: Am Bett des Patienten wird nicht gerechnet. "Wir haben einen Versorgungsauftrag. Wer krank ist, der wird auch krankheitsentsprechend behandelt." Sein Diabeteszentrum arbeitet eigentlich in den roten Zahlen. Finanziert wird es über andere Fachbereiche, die das Defizit ausgleichen.

Super-Kliniken in Dänemark

Dänemark steht vor den gleichen demografischen Herausforderungen wie Deutschland. Wie kann eine alternde Bevölkerung, die zunehmend an komplexen Krankheiten leidet, umfassend medizinisch versorgt werden? Um gerade in Notfällen rund um die Uhr Fachärzte vorhalten zu können, wurde die dänische Krankenhausstruktur radikal verändert. Zahlreiche Kliniken wurden geschlossen und zusammengelegt, landesweit gibt es noch 21 "Super-Kliniken".

In Deutschland folgen erste Regionen diesem Vorbild. Dr. Burkhard Schropp war 14 Jahre lang Chefarzt am Klinikum Möckmühl im Landkreis Heilbronn. Dieses wurde jedoch, gemeinsam mit einem weiteren defizitären Krankenhaus, geschlossen. Heute operiert Dr. Schropp in einem neu errichteten Klinikum und bietet gleichzeitig eine ambulante Sprechstunde und kleinere operative Eingriffe am ehemaligen Standort Möckmühl an. "Meine Angst war, dass die Patienten, wenn das Krankenhaus in Möckmühl geschlossen wird, sich irgendwie andere Wege suchen. Die Angst hat sich aber Gott sei Dank nicht bestätigt. Gewonnen hat der Patient viel - ein großes Haus mit Gefäßmedizin, Kardiologie, Innere, Allgemeinchirurgie, alles vorhanden", erklärt Dr. Schropp.

Die ambulante Versorgung in Deutschland wird wichtiger

Experten gehen davon aus, dass sich über kurz oder lang die Klinikstruktur auch in Deutschland verändern muss. Die ambulante Versorgung wird deshalb umso wichtiger.

Heike Kohlmann war über 30 Jahre Röntgenschwester in der Poliklinik in Halle (Saale). Heute ist sie hier nur noch Patientin. Frau Kohlmann könnte sich keine bessere Versorgung vorstellen: "Ich habe hier all meine Fachärzte unter einem Dach. Meine Hausärztin kann mich zum hauseigenen Röntgen überweisen und hat dann direkt die Bilder hier. Die Wege sind kurz, alle kennen sich untereinander." Polikliniken waren für die Gesundheitsversorgung der DDR-Bürger verantwortlich, und auch heute bieten sie mehrere Lösungen. Ärzte arbeiten hier in Anstellung und können sich so voll und ganz auf ihre Patienten konzentrieren. Sie und auch die Patienten profitieren von dem interdisziplinären Austausch.

Der eigentliche Auftrag, die bestmögliche Patientenversorgung, kann dann schon mal unter wirtschaftliche Erwägungen untergeordnet werden. "plan b" trifft Menschen, die im Gesundheitssystem nach Wegen suchen, den Patienten wieder in den Mittelpunkt zu rücken.

Seit Einführung der Fallpauschalen 2004 wird jede Krankheit mit einem festen Preis versehen - mit dem Ergebnis, dass einige Eingriffe weitaus rentabler sind als andere. Dr. Alexander Risse vom Städtischen Klinikum Dortmund ist überzeugt: Am Bett des Patienten wird nicht gerechnet. "Wir haben einen Versorgungsauftrag. Wer krank ist, der wird auch krankheitsentsprechend behandelt." Sein Diabeteszentrum arbeitet eigentlich in den roten Zahlen. Finanziert wird es über andere Fachbereiche, die das Defizit ausgleichen.

Dänemark steht vor den gleichen demografischen Herausforderungen wie Deutschland. Wie kann eine alternde Bevölkerung, die zunehmend an komplexen Krankheiten leidet, umfassend medizinisch versorgt werden? Um gerade in Notfällen rund um die Uhr Fachärzte vorhalten zu können, wurde die dänische Krankenhausstruktur radikal verändert. Zahlreiche Kliniken wurden geschlossen und zusammengelegt, landesweit gibt es noch 21 "Super-Kliniken".

In Deutschland folgen erste Regionen diesem Vorbild. Dr. Burkhard Schropp war 14 Jahre lang Chefarzt am Klinikum Möckmühl im Landkreis Heilbronn. Dieses wurde jedoch, gemeinsam mit einem weiteren defizitären Krankenhaus, geschlossen. Heute operiert Dr. Schropp in einem neu errichteten Klinikum und bietet gleichzeitig eine ambulante Sprechstunde und kleinere operative Eingriffe am ehemaligen Standort Möckmühl an. "Meine Angst war, dass die Patienten, wenn das Krankenhaus in Möckmühl geschlossen wird, sich irgendwie andere Wege suchen. Die Angst hat sich aber Gott sei Dank nicht bestätigt. Gewonnen hat der Patient viel - ein großes Haus mit Gefäßmedizin, Kardiologie, Innere, Allgemeinchirurgie, alles vorhanden", erklärt Dr. Schropp.

Experten gehen davon aus, dass sich über kurz oder lang die Klinikstruktur auch in Deutschland verändern muss. Die ambulante Versorgung wird deshalb umso wichtiger.

Heike Kohlmann war über 30 Jahre Röntgenschwester in der Poliklinik in Halle (Saale). Heute ist sie hier nur noch Patientin. Frau Kohlmann könnte sich keine bessere Versorgung vorstellen: "Ich habe hier all meine Fachärzte unter einem Dach. Meine Hausärztin kann mich zum hauseigenen Röntgen überweisen und hat dann direkt die Bilder hier. Die Wege sind kurz, alle kennen sich untereinander." Polikliniken waren für die Gesundheitsversorgung der DDR-Bürger verantwortlich, und auch heute bieten sie mehrere Lösungen. Ärzte arbeiten hier in Anstellung und können sich so voll und ganz auf ihre Patienten konzentrieren. Sie und auch die Patienten profitieren von dem interdisziplinären Austausch.

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