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Schmerz-los

Wie neue Therapien Linderung bringen

von Franca Leyendecker

Etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Schmerzen. Ein normaler Alltag ist für sie oft nicht mehr möglich. Wie kann ihnen besser geholfen werden?

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Sprachoptionen:
UT
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 12.10.2020

Der typische Schmerzpatient wird von einem Arzt zum nächsten geschickt – häufig ohne nachhaltigen Erfolg. Viele Patienten warten etliche Jahre auf eine Diagnose und eine angemessene Behandlung. "plan b" zeigt neue Therapien und Ansätze, die Hoffnung wecken.

"Ich konnte nicht stehen, nicht sitzen, nicht laufen, mir nicht mal die Schuhe zubinden. Ich war auf die Hilfe meines Mannes angewiesen. Es war ein schreckliches Gefühl, so hilflos zu sein", erinnert sich Claudia Pietschmann aus Langerwehe. Jahrelang litt sie unter Schmerzen im Bein und im unteren Rücken. Sie war bei verschiedenen Ärzten und Orthopäden in Behandlung, doch keiner konnte ihr helfen. "Denen fiel nichts anderes ein, als mir starke Schmerzmittel zu verschreiben. Und mir zu sagen, ich solle mich schonen. Heute weiß ich, dass das alles nur noch schlimmer gemacht hat", berichtet die 52-Jährige.

Claudia Pietschmann ist eine typische Vertreterin von Patienten mit chronischen Schmerzen. Erst Andreas Jelitto konnte ihr nach einem jahrelangen Leidensweg dabei helfen, die Schmerzen in den Griff zu kriegen. Der Chefarzt der Klinik für Schmerztherapie im Krankenhaus Schleiden sagt: "Die Versorgung von Schmerzpatienten in Deutschland ist katastrophal." Das sei auch darin begründet, dass Schmerzmedizin hierzulande kein eigener Facharztbereich ist. Vielen Ärzten fehlt es an Know-how über chronische Schmerzen - und an Geld und Zeit für eine richtige Diagnose und Behandlung.

Könnte die Lösung in Irland zu finden sein? Hier gibt es seit 2014 eine spezielle Ausbildung zum Facharzt für Schmerzmedizin. Ein Segen für Cathy Clarke aus Kilhugh. Die 57-Jährige leidet seit drei Jahren unter starken Schmerzen in ihrer rechten Hand: "Es brennt wie Feuer. Es fühlt sich an, als würde meine Hand immer unter Strom stehen. Jede kleinste Berührung, jeder kleine Windhauch fühlt sich an, als würde man mir Säure über die Hand kippen." Cathy leidet am sogenannten komplexen regionalen Schmerzsyndrom, ausgelöst durch eine Routine-Operation am Karpaltunnel. Ihren Beruf musste die ehemalige Anwältin aufgeben.

"Chronische Schmerzen tun einem in jeder Hinsicht weh", erzählt Cathy, "emotional, körperlich, finanziell. Ich habe zu fast allen meinen Freunden keinen Kontakt mehr. Es gibt keinen Lebensbereich, der von den Schmerzen nicht kaputtgemacht wird." Sie hat verschiedenste Therapien ausprobiert, bisher hat nichts geholfen. Doch jetzt hat sie neue Hoffnung: Eine Rückenmarkstimulation soll dafür sorgen, dass die Schmerzreize nicht mehr weitergeleitet werden. Dafür muss ein Neurostimulator am Rückenmark implantiert werden, ein riskanter Eingriff. Wird er erfolgreich sein?

Cathy Clarke setzt alle Hoffnung in ihren Arzt Paul Murphy vom St. Vincent's Hospital in Dublin. Für ihn hat sich seit der Einführung des Facharztes für Schmerzmedizin viel verändert: Er kann sich mehr Zeit für seine Patienten nehmen, seine Leistungen besser abrechnen, und er profitiert davon, dass mehr Geld in die Forschung gesteckt wird.

"plan b" zeigt am Beispiel Irlands, welche Vorteile die strukturelle Änderung im Facharztbereich bringt - und was Deutschland daraus lernen kann. Auch neue Therapien werden vorgestellt. An der Schmerzklinik in Kiel hilft der Arzt Hartmut Göbel Patienten mit chronischer Migräne - mit einer neuartigen Migräne-Impfung.

Hilfe durch Neurostimulation

Könnte die Lösung in Irland zu finden sein? Hier gibt es seit 2014 eine spezielle Ausbildung zum Facharzt für Schmerzmedizin. Ein Segen für Cathy Clarke aus Kilhugh. Die 57-Jährige leidet seit drei Jahren unter starken Schmerzen in ihrer rechten Hand: "Es brennt wie Feuer. Es fühlt sich an, als würde meine Hand immer unter Strom stehen. Jede kleinste Berührung, jeder kleine Windhauch fühlt sich an, als würde man mir Säure über die Hand kippen." Cathy leidet am sogenannten komplexen regionalen Schmerzsyndrom, ausgelöst durch eine Routine-Operation am Karpaltunnel. Ihren Beruf musste die ehemalige Anwältin aufgeben.

"Chronische Schmerzen tun einem in jeder Hinsicht weh", erzählt Cathy, "emotional, körperlich, finanziell. Ich habe zu fast allen meinen Freunden keinen Kontakt mehr. Es gibt keinen Lebensbereich, der von den Schmerzen nicht kaputtgemacht wird." Sie hat verschiedenste Therapien ausprobiert, bisher hat nichts geholfen. Doch jetzt hat sie neue Hoffnung: Eine Rückenmarkstimulation soll dafür sorgen, dass die Schmerzreize nicht mehr weitergeleitet werden. Dafür muss ein Neurostimulator am Rückenmark implantiert werden, ein riskanter Eingriff. Wird er erfolgreich sein?

Cathy Clarke setzt alle Hoffnung in ihren Arzt Paul Murphy vom St. Vincent's Hospital in Dublin. Für ihn hat sich seit der Einführung des Facharztes für Schmerzmedizin viel verändert: Er kann sich mehr Zeit für seine Patienten nehmen, seine Leistungen besser abrechnen, und er profitiert davon, dass mehr Geld in die Forschung gesteckt wird.

Neue Ansätze in der Schmerztherapie

"plan b" zeigt am Beispiel Irlands, welche Vorteile die strukturelle Änderung im Facharztbereich bringt - und was Deutschland daraus lernen kann. Auch neue Therapien werden vorgestellt: Christoph Stein von der Charité in Berlin forscht an einer neuen Generation von Schmerzmedikamenten, die genauso gut wirken wir Opiate, jedoch keine Nebenwirkungen haben. Und an der Schmerzklinik in Kiel hilft der Arzt Hartmut Göbel Patienten mit chronischer Migräne - mit einer neuartigen Migräne-Impfung.

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