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Zuhause alt werden - Helfer statt Heim

Gesellschaft | plan b - Zuhause alt werden - Helfer statt Heim

"Ich bin ein alter Baum, den verpflanzt man nicht." Jan Honkoop (93) will zu Hause wohnen bleiben. Ein Herzenswunsch vieler Senioren. Wie kann das gelingen, wenn es ohne Hilfe nicht mehr geht?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.06.2019, 23:59
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2018

In den Niederlanden sind die Kommunen gesetzlich verpflichtet, dafür zu sorgen: Kein Mensch soll ins Altenheim müssen. Ohne ehrenamtliche Helfer ist das nicht zu schaffen. Unsere immer älter werdende Gesellschaft braucht ein solidarisches Miteinander.

Netzwerke in den Niederlanden

So sehen das viele Experten, hierzulande genau wie in den Niederlanden. Dort stellt die Kommune ein Netzwerk aus Helfern auf die Beine, ganz nach den individuellen Bedürfnissen. So kann Jan Honkoop noch immer in den eigenen vier Wänden leben. Die Nachbarin fährt den alten Mann zum Arzt, eine Ehrenamtliche bringt ihm das Mittagessen vorbei, und der ambulante Pflegedienst hilft Jan mit den Kompressionsstrümpfen. Auch Tochter Rita profitiert von der Unterstützung: "Ich bin natürlich mitverantwortlich für die Sorge um meinen Vater. Aber so kann ich weiter arbeiten. Alles wird für ihn getan."

In Deutschland fordern viele Senioren-Organisationen eine vergleichbare Politik. Wären die Kommunen in der Pflicht, hätte Waltraud Weigel nicht nur durch Zufall von einem Hilfsangebot der Pflegeversicherung erfahren. Die 90-Jährige lebt allein in ihrer Wohnung in Berlin, dank der Unterstützung durch ihre Tochter. Doch als die wegen eines Bandscheibenvorfalls vorübergehend ausfiel, wusste Waltraud Weigel nicht mehr weiter - bis ihr eine Nachbarin von der Verhinderungspflege erzählte. Jetzt hat die alte Dame einen Senioren-Assistenten an ihrer Seite. Es sind die Kleinigkeiten, die helfen: hier eine neue Birne einschrauben, dort ein Gang zum Amt.

In Rheinland-Pfalz kümmert sich eine "Gemeindeschwester Plus" um die älteren Menschen vor Ort. Ein Modellprojekt. "Wir sind für die Senioren zuständig, die keine Einstufung in einen Pflegegrad haben, die einfach nur alt sind, und die niemanden haben, der sich um sie kümmert", sagt Ute Franz. "Wir haben schon oft festgestellt, dass wir Pflegebedürftigkeit verzögern, wenn nicht gar verhindern können, wenn man die Leute nicht in ihren Wohnungen alleine lässt." 150 Menschen hat die Gemeindeschwester so schon einen Umzug ins Heim erspart. Das Modell könnte Schule machen. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung sieht solche präventive Hausbesuche für ganz Deutschland vor. Eine Kommune, die sich ums Kümmern kümmert, die kann den Unterschied ausmachen zwischen einem Altwerden zu Hause oder im Heim.

Konzepte in Deutschland

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