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Recherchen zum Film "Pils, Kölsch und rotes Öl"

Wer freut sich nicht über ein gut gekühltes Bier im Sommer? Scheinbar viele, denn schließlich trinkt jede*r Deutsche statistisch gesehen 87 Liter pro Jahr. Das begehrte Getränk wollten wir mal genauer unter die Lupe nehmen.

Und auf den ersten Blick stellen wir bei der Recherche fest, dass weltweit jedes dritte Bier aus einem von zwei Großkonzernen kommt. „Fernsehbiere“ nennen die Bier– und Brauprofis diese Getränke. Denn mit dem uralten Kulturgut haben sie nicht mehr viel gemeinsam, finden sie. „Einheitsgeschmack“ lautet ihr Urteil.

Aber auch das vielbeschworene deutsche Reinheitsgebot lässt einiges zu: So müssen die Industriebrauereien nicht deklarieren, dass sie Kunststoff einsetzen, um das Bier klar zu kriegen. Das wird zwar wieder herausgefiltert, aber appetitlich klingt das nicht - aber geht es nicht auch anders?

Also haben wir uns aufgemacht und ganz viele Leute getroffen, die fasziniert sind vom Lebensmittel Bier und darunter etwas ganz anderes verstehen als das, was sie als „gelb gefärbtes Wasser“ bezeichnen. Und dann haben wir festgestellt, dass es über 1500 Brauereien in Deutschland gibt, davon ganz viele kleine, die nur in ihrer Region verkaufen.

Handwerklich gebrautes Bier kann man natürlich auch selber machen, wie uns Jens Niedermeier im Bergischen Land zeigt. Viele – auch Profibrauer – haben die Nase voll vom Einheitsgeschmack und experimentieren mit außergewöhnlichen Zutaten, mit Früchten oder besonderen Hopfensorten. Bier kann dann auch schokoladig, rauchig, fruchtig oder ganz herb schmecken. Viele Heimbrauer und auch kleine Brauereien sind kreativ und nutzen oft Produkte ihrer Region. Das trägt zur Nachhaltigkeit bei.

Ganz anders schmecken auch die sogenannten Craftbiere, gebraut von Mikrobrauereien. Der Trend aus den USA hat mittlerweile auch bei uns viele Fans. Diese Biere schaffen genau wie die Biere der kleinen regionalen Brauereien oft außergewöhnliche Geschmackserlebnisse, die uns beeindruckt haben – auch alkoholfrei ist das möglich.

Die Quartiermeister aus Berlin wiederum schaffen es, mit Bier Gutes zu tun. Sie lassen ihre Biere in Genossenschaftsbrauereien brauen. Brauereien, die unabhängig sind, gab es früher in jeder Ortschaft in Bayern, weil die Bauern dort ihr Getreide hinbringen konnten und auch Mitbesitzer waren. Dann haben die Großkonzerne die Kleinen aufgekauft, oder sie mussten schließen, weil sie dem Preisdruck nicht standhalten konnten. Jetzt erleben sie so langsam eine Wiederbelebung. Die Brauerei Gut Forsting vor den Toren Münchens blickt auf 150 Jahre Firmentradition. Kein Wunder, dass die Quartiermeister genau hier ihr erstes Weizenbier brauen lassen, von dem sie 10 Cent pro Liter an gemeinnützige Vereine spenden. Sie spenden nicht nur, sondern setzen auch noch ein gesellschaftliches Zeichen. Ihre Etiketten zieren reale Personen, die sich gesellschaftlich und vor Ort engagieren. Also sich gleichzeitig etwas Geschmackvolles gönnen und Gutes – eine super Idee, einfach mal nachhaltig und anders zu wirtschaften.

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