Dürfen wir Tiere essen?

Gespräch mit dem Philosophen Robert Spaemann

Gesellschaft | Precht - Dürfen wir Tiere essen?

Professor Robert Spaemann ist zu Gast bei Richard David Precht. Die beiden Philosophen diskutieren die Frage: "Dürfen wir Tiere essen?" Und wenn ja, welche und welche nicht?

Beitragslänge:
44 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.12.2017, 15:19

Richard David Precht stellt in der vierten Ausgabe seiner Philosophiesendung die Frage: "Dürfen wir Tiere essen?" Sein Gast, der große katholische Philosoph Robert Spaemann, hat sich intensiv mit Fragen der Tierethik beschäftigt. Er hält den Verzehr von Fleisch für gerechtfertigt - entsprechend der christlichen Auffassung, dass Gott auch die Tiere geschaffen habe, damit der Mensch sie sich zu Nutze mache.

Schweine in einem Käfig einer Zuchtstation
Massentierhaltung macht das Schnitzel billig. Quelle: imago

Unser Verhältnis zu Tieren ist komplex und widersprüchlich. Es reicht vom Kind-Ersatz bis zum industriell verarbeiteten Nahrungsmittel, vom Partner der menschlichen Gemeinschaft mit einem moralisch begründeten Lebensrecht bis zum käuflichen Objekt, das rechtlich gesehen lange Zeit als Sache betrachtet wurde. Unsere Haustiere werden verzärtelt, wilde Tiere ehrfürchtig bestaunt und eine Mehrheit in unserem Land würde laut einer Umfrage eher ein Theater oder ein Museum schließen als den Zoo. Andererseits akzeptiert unsere Gesellschaft zweifelhafte Methoden der Massentierhaltung, Tierversuche und Jagdveranstaltungen. Die verwahrlosten Hunde Mallorcas rühren viele Menschen, aber die Frage, wie das Schnitzel auf unseren Teller kommt, wird gerne verdrängt.

Alte Debatte – neu betrachtet

Robert Spaemann
Robert Spaemann ist diesmal zu Gast bei Precht.

Robert Spaemann vertritt ähnlich wie sein Philosophenkollege Immanuel Kant die Auffassung, dass es sich für Menschen verbietet, Tieren Leid zuzufügen, ein schlechter Umgang mit Tieren würde dem Seelenheil des Menschen schaden. Die Denker von Aristoteles über Kant und Schopenhauer bis hin zu zeitgenössischen Tierethikern streiten seit jeher darüber, wie der Wert und die Rolle des Tieres zu bestimmen sei. Dabei sind die strittigen Punkte immer dieselben: Welches Kriterium muss dem Tier zugesprochen werden, damit es ein eigenes Recht auf Leben verdient? Reicht es, dass wir ihm Schmerzempfinden attestieren können oder muss sich das Tier tatsächlich an der menschlichen Moralfähigkeit messen lassen? Ist es legitim, dem Tier Lebensrechte abzusprechen, weil es nicht wie der Mensch vernunftbegabt ist? Ist es zulässig, zwischen niederen und höher entwickelten Arten zu unterscheiden?

Angesichts der in unserer Gesellschaft oft höchst leidenschaftlich und radikal geführten Debatte zwischen veganen Tierschützern, Jägern, Haustierhaltern und Fleischfabrikanten will Richard David Precht gemeinsam mit seinem Gast versuchen,  die Frage nach dem moralischen Wert der Tiere auf Basis der bekannten Argumente neu zu betrachten und zu diskutieren.

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