Gefährliche Freiheit?

Precht und Döpfner über das bedrohte Freiheitsmodell

Gesellschaft | Precht - Gefährliche Freiheit?

Richard David Precht spricht mit dem Vorstandsvorsitzenden der Axel Springer AG Mathias Döpfner über das bedrohte Freiheitsmodell.

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.10.2017, 14:51

Beschäftigen wir Deutschen uns nach dem Rausch der Wiedervereinigung vor über zwanzig Jahren eigentlich noch mit der Frage nach unserer Freiheit? Oder ist die Freiheit heute so selbstverständlich geworden, dass wir sie nicht mehr wahrnehmen? Richard David Precht und Springer-Chef Mathias Döpfner über die Tücken einer Freiheit, die wir nicht mehr verteidigen, weil sie uns zu selbstverständlich geworden ist.

So lange der Mensch keine Bedrohung seiner Freiheit verspürt, scheint sie ihn auch nicht sonderlich zu interessieren. Was aber, wenn das dazu führt, dass wir einen möglichen Angriff auf unsere Freiheit gar nicht mehr erkennen? Was, wenn uns das Überangebot an Konsumfreiheit, Beziehungsfreiheit und Freiheit in der Lebensplanung am Glücklichsein hindert, uns vielleicht sogar eher Angst macht als frei macht?

Sehnsucht nach Wohlstand und Sicherheit

Mathias Döpfner
Mathias Döpfner

Wir stecken in einer Freiheitsfalle, sagt der Autor und Vorstandsvorsitzende des Axel-Springer-Konzerns Mathias Döpfner in der zweiten Folge der neuen ZDF-Philosophiesendung „Precht“. Das Freiheitsmodell des Westens sei bedroht vom totalitären, viel effizienteren Kapitalismus Chinas und vom Islamismus, für den die westlichen Freiheiten eine fortwährende Provokation bedeuten. Die Demokratie aber habe entweder die Möglichkeit, diesen Angriffen mit dem demokratischen Instrumentarium entgegenzutreten und zu unterliegen oder sich mit allen nur erdenklichen Mitteln zur Wehr zu setzen und dafür die moralische Verurteilung zu riskieren.

Wie, so wird Richard David Precht fragen, sieht es aber in Deutschland aus? Was ist mit unserer persönlichen Freiheit angesichts der Macht von Medien und des Internets oder angesichts der Freiheiten, die sich unser Finanzsystem herausgenommen hat? Ein Verdacht kommt auf, dass wir uns nämlich im Grunde weniger um unsere Freiheit sorgen als um unsere Sicherheit. Ist Sicherheit und gesicherter Wohlstand nicht vielleicht sogar die ursprünglichere Sehnsucht – und die Freiheit nur ihre schöne Hülle?

Der Gesprächspartner

Buchcover Freiheitsfalle
Mathias Döpfners Werk zum Thema Freiheit

Mathias Döpfner wurde 1963 in Bonn geboren und wuchs in Offenbach auf. Nach dem Abitur studierte er Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaften in Frankfurt und Boston. Seine journalistische Karriere startete er als Musikkritiker im Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Nach Stationen in einer Werbeagentur und dem Verlag „Gruner + Jahr“ sowie Tätigkeiten für die Berliner „Wochenpost“ und „Hamburger Morgenpost“ kam er 1998 zum Axel-Springer-Verlag. Zunächst war er Chefredakteur der „Welt“, seit 2000 dann Mitglied des Vorstands und seit Anfang 2002 Vorstandsvorsitzender der „Axel Springer AG“. Mit dem Thema „Freiheit“ hat er sich 2011 intensiv in seinem Buch „Die Freiheitsfalle“ auseinandergesetzt. Mathias Döpfner ist verheiratet, Vater dreier Kinder und lebt in Potsdam.

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