Skandal Schule

Macht Lernen dumm?

Gesellschaft | Precht - Skandal Schule

In seiner Sendung spricht Richard David Precht mit dem Hirnforscher und Schulkritiker Gerald Hüther über den "Skandal Schule". Was läuft warum falsch in unserem Bildungssystem?

Beitragslänge:
42 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.09.2017, 23:55

Premiere im ZDF: Der Philosoph und Bestsellerautor Richard David Precht startet seine neue Sendung "Precht" mit einem Thema, das nach dem Ende der Sommerferien und dem Beginn des neuen Schuljahres und Uni-Semesters Eltern und ihren Kindern auf den Nägeln brennt. In seinem neuen Philosophieformat fragt sich Precht: Was taugt unser Bildungssystem?

Gerald Hüther (re.) und Richard David Precht
In seiner ersten Sendung empfängt Richard David Precht (li.) Gerald Hüther.

Zu Gast ist der renommierte Neurobiologe, Hirnforscher und Bildungskritiker Gerald Hüther. Die Schule, wie wir sie kennen, ist am Ende – sagt er. Die falschen Leute bringen unseren Kindern die falschen Dinge nach den falschen Methoden bei. Dabei wisse die Hirnforschung heute viel besser, was Lernen ausmacht und Bildung gelingen lässt. Denn Bildung, so Hüther, ist etwas anderes als das Auswendiglernen von Mathe, Englisch und Deutsch.

Wissenschaftler und Autor

Doch was steht einer dringend notwendigen, umfassenden Bildungsrevolution im Wege? Warum ist unser Bildungssystem so wenig lernfähig? Warum bringen wir unsere Schulen und Hochschulen nicht auf die Höhe unseres Wissens über das Lernen? Vielleicht liegt es daran, dass ein völlig verändertes Bildungssystem, das nicht nur jedem eine gerechte Chance gibt, sondern kreative, eigenständige und unbequeme Persönlichkeiten hervorbringt, zugleich eine ganz andere Gesellschaft voraussetzt oder entstehen lässt? Das jedenfalls meint Richard David Precht. In der ersten Ausgabe von „Precht“ steht unser Bildungssystem, stehen alte Gewissheiten auf dem Prüfstand.

Gerald Hüther
Gerald Hüther

Gerald Hüther, 1951 in Emleben bei Gotha geboren, zählt zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands und ist zudem als Autor wissenschaftlicher und populärwissenschaftlicher Werke bekannt geworden. Er leitet die Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung der Psychiatrischen Universitätsklinik Göttingen und des Instituts für Public Health der Universität Mannheim/Heidelberg.

Brachliegendes Potenzial

Bevor er sich auf die Neurobiologie spezialisierte, studierte er Biologie in Leipzig und Jena. Nach seiner Promotion floh er aus der DDR mit selbst gefälschten Visastempeln im Reisepass über mehrere osteuropäische Staaten in die Bundesrepublik. Dort angekommen, setzte er seine akademische Laufbahn am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin in Göttingen fort. Hier erforschte er zehn Jahre lang Hirnentwicklungsstörungen. 1988 habilitierte er sich im Fachbereich Medizin an der Universität Göttingen und erhielt die Lehrerlaubnis für Neurobiologie. Zwei Jahre später wurde er mit dem Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft ausgezeichnet. Mit dem fünfjährigen Stipendium konnte er die Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universitätsmedizin in Göttingen aufbauen, die er bis 2006 selbst leitete.

Hüther versteht sich als „Brückenbauer“ zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlicher bzw. individueller Lebenspraxis. Hüthers öffentliches Engagement zielt insbesondere darauf ab, eine gesellschaftliche Basis zu schaffen, die es Menschen und insbesondere Kindern und Jugendlichen ermöglicht, ihr Potenzial bestmöglich zu entfalten. Zu seinen letzten Veröffentlichungen zählen: „Männer. Das schwache Geschlecht und sein Gehirn.“ (Göttingen 2009), „Die Macht der inneren Bilder. Wie Visionen das Gehirn, den Menschen und die Welt verändern“ (Göttingen 2011), „Was wir sind und was wir sein könnten: Ein neurobiologischer Mutmacher“ (2011). 2012 erscheint sein neuestes Buch in Zusammenarbeit mit Uli Hauser mit dem Titel „Jedes Kind ist hoch begabt“. Hüther ist selbst Vater eines Sohnes und einer Tochter.

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