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Das Drama um den Brexit

Eine Nation kämpft mit sich selbst

"No ifs, no buts": Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ist entschlossen, die EU am 31. Oktober zu verlassen – ob mit oder ohne Abkommen.

Beitragslänge:
32 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 28.01.2020

Zweimal ist der Brexit bereits verschoben worden, und die Entscheidung wird vermutlich wieder erst kurz vor dem geplanten Austrittsdatum fallen. Was macht diese anhaltende Verunsicherung eigentlich mit den Bürgern des Landes?

Mehr als drei Jahre nach dem historischen Referendum scheint immer noch alles möglich: Harter Brexit, ein Abkommen mit der EU oder gar ein zweites Referendum. Der Streit um die richtige Zukunft für Großbritannien spaltet das Land, Freundeskreise und Familien, ja macht manchmal sogar Konservative unverhofft zu Rebellen.
Caroline Nokes, 47 Jahre alt, Unterhaus-Abgeordnete, ist eine der 21 „Tory-Rebellen“. Sie verweigerten Boris Johnson am 3. September die Gefolgschaft, sprachen sich gegen seine Pläne eines No-Deal-Brexits aus. Dafür schmiss Johnson Nokes und die anderen 20 verdienten Parteimitglieder aus der Fraktion.
Um den Brexit wird mit harten Bandagen gekämpft. Das britische Parlament setzte in einem Eilverfahren durch, einen Austritt am 31. Oktober aus der EU ohne Abkommen zu verbieten. Der Premierminister schickte nun das Parlament in eine mehrwöchige Zwangspause.
„ARTE Re": begleitet die plötzliche Rebellin Caroline Nokes ins Unterhaus und zeigt die deftigen Wortgefechte - auch mit Boris Johnson. Während der Parlamentspause gehen wir mit ihr zurück in ihren Wahlkreis, nach Hampshire. Sie macht wieder Politik auf lokaler Ebene, in ihrem Heimatort Romsey, versucht, die Gemüter ihrer Wähler zu beruhigen. 
Denn mit dem Parlament ist in Großbritannien wohl keiner mehr zufrieden, egal ob für oder gegen den Brexit. Im Südosten Englands, in der Grafschaft Kent, betreibt Tim Chambers eine der größten Obst- und Beerenplantagen des Landes. Er hat beim Brexit-Votum 2016 für „Leave“ gestimmt, weil er die EU nicht für zukunftssicher gehalten hatte. Er ist immer noch für den Brexit, aber nicht für die anhaltende Unsicherheit. Wird er seine Saisonarbeiter aus Bulgarien noch beschäftigen dürfen? Kommen Zölle auf importiertes Obst? Und werden die verderblichen Früchte schnell genug durch die Zollkontrollen kommen?
In London dagegen kämpfte Sarah O’Keefe, Mutter von vier Kindern, weiter für ein zweites Referendum. Vor drei Jahren hatte sie für den Verbleib ihres Landes in der EU gestimmt. Sie ist überzeugte Europäerin und glaubt immer noch daran, dass ein Brexit verhindert werden kann.
„ARTE Re": zeigt wütende, konsternierte und verunsicherte Bürger eines Landes, das mit dem Brexit scheinbar in einen unauflösbaren inneren Konflikt geraten ist - zum Schaden der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft.

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