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Francos langer Schatten

Spanien und die Wunden der Vergangenheit

Francos langer Schatten

Das Regime von General Franco hat Spanien geprägt und bis heute bleiben die Verantwortlichen unbehelligt. Umso heftiger entbrennt nun der gesellschaftliche Streit um die Umbettung seines Leichnams.

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06.12.2018
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Viele Menschen fordern endlich eine Aufklärung der Gräuel der Diktatur. Vor allem Angehörige von Opfern erhoffen sich so eine späte Wiedergutmachung.

Der 97-jährige Martin Arnal hat jahrelang dafür gekämpft, die Leiche seines Bruders zu exhumieren. Der wurde im spanischen Bürgerkrieg erschossen und in einem Massengrab in Huesca verscharrt. Vor mehr als 80 Jahren tobte in Spanien ein grausamer Bürgerkrieg, danach regierte General Franco bis zu seinem Tod 1975 mit eiserner Hand. Der Krieg und die anschließende Diktatur prägen das Land bis heute. Um den Übergang zur Demokratie versöhnlich zu gestalten, wurden die Gräuel der Franco-Zeit vielfach verdrängt. Ein Amnestiegesetz verhindert, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden, und eine unselige Allianz zwischen Staat und Kirche trägt noch immer dazu bei. Die Absicht der neuen linken Regierung, die Gebeine Francos aus dem “Tal der Gefangenen“ zu exhumieren, erhitzt nun die Gemüter. Zwei politische Blöcke stehen sich unversöhnlich gegenüber. Der Historiker und Publizist Antonio Gomez bemüht sich um die Aufarbeitung der Vergangenheit. Vor einigen Jahren hat er in Madrid den Verein Europa Laica (Laizistisches Europa) gegründet. In der Verbindung von Staat und Kirche sieht Antonio einen der Hauptgründe, warum die Vergangenheits-Bewältigung in Spanien so schwierig ist. Er versucht auf vielfältige Weise, die massiven Verflechtungen der katholischen Kirche mit dem Franquismus offen zu legen. Für Martin Arnal bedeutet es viel, dass sein Kampf Erfolg hatte und er endlich von seinem Bruder würdig Abschied nehmen kann. „Ich habe es nicht nur für meinen Bruder durchgefochten“ sagt er „sondern für alle Opfer des Franquismus.“

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