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Jagd auf Tabak-Schmuggler

Zigaretten-Schwarzmarkt in Rumänien

Milliarden von Zigaretten gelangen jährlich illegal in die EU - die meisten aus der Ukraine. Besonders aktiv sind die Schmuggler im Dorf Dilowe, das an Rumänien grenzt.

Beitragslänge:
32 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 09.12.2019

Roman ist seit sechs Jahren im Geschäft und wurde schon mehrmals von der Grenzpolizei erwischt. Doch für den Ukrainer ist Schmuggeln die einzige Möglichkeit, seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Dilowe liegt in der Karpaten-Ukraine - eine arme Region mit über 50 Prozent Arbeitslosigkeit. Viele Einwohner leben vom Schmuggel. "So lange diese verrückte Nachfrage an Schmuggelzigaretten besteht“, erklärt Roman, "hängen die Menschen hier an diesem Geschäft wie Fliegen am Klebeband". Alle paar Tage schiebt der Ukrainer Zigaretten über die EU-Außengrenze - entweder als Schlepper oder als Scout der Schlepper. Hinter der Grenze übernehmen dann Rumänen die Ware, um einen Großteil weiter nach Westeuropa zu transportieren - für die EU ein Schaden von über zehn Milliarden Euro pro Jahr. "Hier geht es um organisierte Netzwerke, in denen jede Person eine bestimmte Rolle hat" so Radu Lungu, Unterkommissar der rumänischen Grenzpolizei in Sighetu Marmatiei, nur wenige Kilometer von Dilowe entfernt. Gemeinsam mit der ukrainischen Grenzpolizei versuchen die Beamten, den Schmuggel einzudämmen. Zwar nimmt die Erfolgsquote auf beiden Seiten mit jedem Jahr zu, aber der Tabak-Schwarzmarkt blüht nach wie vor in der EU. Im Zentrum von Sighetu Marmatiei tummeln sich täglich Verkäufer, die Schmuggelzigaretten anbieten, die nur halb so viel wie legale Zigaretten in Rumänien kosten. "Hier wird ein Riesengewinn in sehr kurzer Zeit erzielt“, so Grenzpolizist Lungu. Ende 2018 haben die ukrainischen Behörden in Dilowe einen Grenzzaun gegen den Schmuggel errichtet - zum Ärger vieler Dorfbewohner und des Bürgermeisters Andrej Panusjuk, der schon wegen Bestechung der Grenzpolizei vor Gericht stand: "Ich sehe nichts Schlechtes am Zigarettenschmuggel“, sagt er, "es ist ja kein Menschen- oder Drogenhandel".

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