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Neue Konzepte für den Handel

Wie Innenstädte wieder belebt werden

Neue Konzepte für den Handel

Einkaufen im Stadtzentrum? Viele Geschäfte geben auf wegen der Konkurrenz von Online-Handel und Shopping-Centern. Doch in ganz Europa erobern sich Menschen mittlerweile ihre Stadtzentren zurück.

08.11.2019
08.11.2019
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– unterstützt von engagierten Bürgermeistern, visionären Stadtplanern oder ideenreichen Bürgern. Denn ein buntes Angebot an Geschäften lockt Kunden wieder in die City.

Ein buntes Treiben in der Stadt – nirgendwo in Deutschland wird dafür so konsequent umgebaut wie in Kiel. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer will seine Vision in die Tat umsetzen: „Ich glaube, dass eine Stadt ein emotionales Zentrum braucht. Wenn man Freunden oder der Verwandtschaft Kiel zeigen will, fährt man mit denen sicher nicht ins Einkaufszentrum auf die grüne Wiese.“ Das Herzstück: der „Kleine Kiel-Kanal“, der der Stadt am Wasser mehr Flair und Lebenslust einhauchen soll. Auch wenn der Umbau noch nicht fertig ist, zeigt er bereits Wirkung: Der alte Bootshafen ist zu einem beliebten Treffpunkt geworden, über 50 neue Geschäfte und mehrere Hotels werden bald in der Innenstadt eröffnen, und Hunderte neue Mieter leben dort bereits.
Von einer eigenen Boutique mitten in Paris hat Alexandra Delaporte immer geträumt. Doch die hohen Mieten in City-Lage haben sie abgeschreckt. Das Risiko war zu groß. Jetzt aber bekommt die Französin unerwartet ihre große Chance. Vier Wochen lang darf sie ausprobieren, ob ihr Ladenkonzept aufgeht - für eine kleine Miete im „Testeur de Commerce“, einem sogenannten Testladen der Stadt. Wenn es klappt, wird aus der Probe ihr eigenes, dauerhaftes Geschäft. Eine zusätzliche Attraktivität für das Stadtviertel – und eine Win-Win-Situation für Alexandra und für Paris.
Die Dänen Jan Gehl und Camilla von Deurs sind so etwas wie Stars unter den Stadtplanern. Ihre Devise: Der Mensch gehört auf die Straße. Raus aus den Häusern, raus aus den Autos. Fahrradfahrer und Fußgänger haben in Kopenhagen oberste Priorität, der Platz für Autos wird verknappt. Kleine Ruheinseln, kostenlose Hafenbäder, grüne Flanierstraßen, breite Radwege – in jedem Stadtviertel wird genau das angelegt, was die Menschen dort brauchen. „Die Stadt um Radfahrer und Fußgänger herum zu bauen, ist unendlich viel billiger als sie um Autos herum zu bauen“, das ist das Credo der beiden Architekten.

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