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Pfleger verzweifelt gesucht

Lösen Zugewanderte den Notstand?

Pfleger verzweifelt gesucht

In Deutschland fehlen derzeit bis zu 30.000 Alten- und Krankenpfleger. Werden nicht möglichst schnell möglichst viele neue Pflegerinnen und Pfleger eingestellt, droht der System-Kollaps.

05.06.2019
05.06.2019
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Während die Bundesagentur für Arbeit Fachkräfte aus dem Ausland rekrutiert, droht Geflüchteten, die sich in Deutschland zum Altenpflegerhelfer ausbilden lassen, die Abschiebung. Ergibt das Sinn?

Eines der größten deutschen Probleme dieser Tage: der Pflegenotstand. Laut Bundesgesundheitsministerium fehlen derzeit bis zu 30.000 Alten- und Krankenpfleger und Altenpflegerinnen. Um dem Problem irgendwie Herr zu werden, rekrutiert die Bundesagentur für Arbeit und die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit Pflegekräfte aus dem Ausland. Aus Bosnien, Serbien, den Philippinen – und seit neuestem auch aus Tunesien. „Triple Win“ nennt sich das Programm: Deutschland gewinnt Fachkräfte, die wiederum eine Perspektive in Deutschland bekommen. Und das Herkunftsland senkt seine Arbeitslosenzahlen, denn rekrutiert wird ausschließlich in Ländern, die einen Überschuss an Pflegekräften haben.

Über „Triple Win“ ist auch der 29-jährige Aymen Aouadhi aus Tunis nach Deutschland gekommen. Seit Anfang März arbeitet er zunächst als Pflegehelfer in einem Wiesbadener Krankenhaus. 4.000 Euro hat die Klinik für die Vermittlung bezahlt, aber wird er in Deutschland bleiben wollen?

Dass Deutschland möglichst schnell möglichst viele neue Pflegekräfte braucht, ist unstrittig, warum aber nicht bereits hier lebende Geflüchtete für die Pflege gewinnen?

In einigen Bundesländern versuchen sich bereits Initiativen an dieser Aufgabe. So auch in Neubrandenburg, Mecklenburg-Vorpommern. Der 20-jährige Afghane Mohammad Zia Hayafi macht gerade eine Ausbildung zum Alten- und Krankenpflegehelfer. Ein dringend benötigter Job, gerade in der überalterten Provinz. Das Problem ist nur: Sein Asylantrag wurde abgelehnt, die Abschiebung droht. Ergibt das Sinn?

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