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Schöner sterben

Ein junger Bestatter und seine Mission

Schoener Sterben

Der Bestatter Eric Wrede hat eine Mission: Er will den Tod zurück ins Leben holen und neue Formen des Abschieds möglich machen. Dafür legt er sich, wenn nötig, auch mit Friedhofsverwaltungen und Krankenhäusern an.

03.07.2019
03.07.2019
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Damit macht er sich nicht nur Freunde, aber die Nachfrage gibt ihm Recht.

„Wenn die Angehörigen wüssten, wie ihre Verstorbenen behandelt werden, würden sie Amok laufen. Aber richtig!“ - dieser zornige Ausruf kommt von Eric Wrede. Er ist alternativer Bestatter und immer wieder fassungslos über den Zustand, in dem Verstorbene aus den Krankenhäusern bei ihm ankommen. „Wir müssen besser mit unseren Toten umgehen und dürfen sie nicht einfach allein lassen!“, meint Wrede.

Und das ist die Mission des jungen Bestatters, der seine Zeitgenossen dazu bringen möchte, dem Tod wieder ins Auge zu sehen. Bei ihm darf jeder Angehörige bei der Totenwaschung dabei sein und sogar mit Hand anlegen, um den Abschied besser zu verkraften. Die Trauerfeier richtet Wrede nach den Wünschen seiner Kunden aus. Viele Friedhofsregeln findet er schlicht veraltet und kämpft dagegen an. Damit macht er sich nicht nur Freunde. Aber er ist auch nicht allein. Das Bedürfnis nach neuen Abschiedsritualen und einem offeneren Umgang mit dem Tod ist weit verbreitet.

Auch innerhalb der Kirchen ist etwas von dieser Dynamik zu spüren. Der evangelische Pfarrer Popp hat in Pappenheim schon über 50 Beisetzungen im Friedwald durchgeführt. Hier werden die Urnen in der freien Natur unter Bäumen beigesetzt, ohne Grabstein, ohne Kreuz. Lange war den Kirchen diese Vorstellung der naturnahen Bestattung ein Graus. Aber Popp sieht es pragmatisch: „Der Christliche Ritus braucht neue Formen, um zu überleben. Und das ist eine“.

So ist in Europa die Kultur rund um den Tod in Bewegung geraten. Immer mehr Menschen möchten die Rituale des Abschieds und der Trauer verändern. „Re:“ begleitet zwei von ihnen, die auf sehr unterschiedliche Weise für das gleiche Ziel kämpfen.

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