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Urne oder Sarg?

Griechenland streitet um die letzte Ruhe

24 Jahre hat Antonis Alakiotis für ein Krematorium in Griechenland gekämpft. Seit gut einem Jahr ist es endlich in Betrieb. Zwar kann sich nun jeder Grieche, der dies wünscht, endlich in seiner Heimat einäschern lassen, aber es bleibt ein Stigma.

31 min
31 min
17.03.2021
17.03.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.06.2021

 Zu groß ist der Einfluss der griechisch-orthodoxen Kirche, die nicht müde wird, die Kremation als Sünde anzuprangern.

Griechenland hat 2006 als letztes Land der Europäischen Union die Feuerbestattung gesetzlich erlaubt. 13 weitere Jahre mussten noch vergehen, bis das erste - und nach wie vor einzige - Krematorium des Landes in Ritsona nahe Athen in Betrieb gehen konnte. Zu verdanken ist dies Antonis Alakiotis. 24 lange Jahre hat der Präsident der Griechischen Kremationsgesellschaft darum gekämpft, dass sich jeder Grieche, der dies wünscht, in seiner Heimat einäschern lassen kann. Vorher war dies nur im Ausland möglich.
Alakiotis' stärkster Widersacher: Die griechisch-orthodoxe Kirche, die nicht müde wird, die Kremation als Sünde anzuprangern - obwohl immer mehr Friedhöfe an Überfüllung leiden und die Zahl der so genannten "Drei-Jahres-Gräber" stetig wächst: Im Beisein eines Angehörigen werden die Gebeine des Verstorbenen nach drei Jahren ausgehoben, um Platz für den nächsten Toten zu schaffen – nicht immer ist die Verwesung zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen.
Für Alakiotis zutiefst unchristlich, für die griechisch-orthodoxe Kirche akzeptabel. 90 Prozent der Griechen sind orthodox getauft, die allermeisten von ihnen halten am Dogma der Erdbestattung fest - auch Adonis Golfis. Der Bauunternehmer aus Patras ist Vorsitzender eines Kulturvereins und überzeugt, dass das in seiner Stadt geplante Krematorium seine Kultur und Tradition, ja seine Heimat zerstören würde.

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