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Zur Wahl über die Grenze

Orbán holt Ukrainer nach Ungarn

Ákos Hadházy war einst Fidesz-Mitglied und zählt nun zu den vehementesten Gegnern Viktor Orbáns.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.10.2019

Vor der Europa-Wahl reiste er an die ungarisch-ukrainische Grenze, um herauszufinden, wieso so viele Ukrainer zur Wahl über die Grenze kamen und was dieser Wahl-Tourismus für die Grenzregion auf beiden Seiten und das Miteinander der Menschen vor Ort bedeutet.

Ákos Hadházy ist parteiloser Abgeordneter im ungarischen Parlament. Einst war er Mitglied in Viktor Orbáns Partei Fidesz – heute zählt er zu den härtesten Widersachern des Ministerpräsidenten. Er hat beobachtet, dass bei den letzten Parlamentswahlen Shuttlebusse Menschen aus der Ukraine zur Wahl nach Ungarn brachten, wo sie fast ausschließlich für Orbáns Fidesz-Partei stimmten. Hadházy will herausfinden, ob das auch bei der Europa-Wahl geschieht und reist an die ukrainische Grenze: Er findet dünn besiedelte Dörfer und leerstehende Häuser, in denen auf dem Papier zahlreiche Menschen wohnen. Gemeldet sind hier Mitglieder der ungarischen Minderheit aus der Ukraine, wenn sie in Ungarn einen offiziellen Wohnsitz haben, sind sie im Land wahlberechtigt. Was treibt die Menschen aus der Ukraine an die ungarische Wahlurne, sind es die höheren Renten und Soziallhilfeleistungen, die sie als Ungarn erhalten?

Auf der ukrainischen Seite der Grenze lebt die Journalistin Krisztina. Sie ist Teil der ungarischen Minderheit im Land und eine treue Anhängerin von Viktor Orbán, der hier in Schulen, Kirchen und Kulturprogramme investiert. Bei einem Fest im ukrainischen Dorf Beregszász erzählen ihr die Menschen von wirtschaftlichen Nöten, ihrem Verständnis von Identität und der Hetze ukrainischer Rechtsradikaler, die Listen mit den ungarischen „Landesverrätern“ öffentlich ins Netz stellen. Doch trotz dieser Bedrohungen fahren auch am 26. Mai 2019 viele von ihnen wieder nach Ungarn – zur Wahl über die Grenze.

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