Wohlverdiente Auszeit

Wie wir unseren Urlaub am liebsten gestalten

Gesellschaft | sonntags - Wohlverdiente Auszeit

Pflegemama Regina Groot Bramel erzählt, wie sie ihren Urlaub mit sieben Kindern am Vorarlberg in einer einsamen Berghütte gestaltet und wie es gelingt, dass alle dabei noch enger zusammenwachsen.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 25.07.2019, 08:41

Unsere 23 Nationalspieler tun es und ihre Trainer und Köche, Zeugwarte und Betreuer haben ihn sich nun ebenfalls verdient: den Urlaub. Dieses Gefühl einer wohlverdienten Pause, einer Auszeit vom beruflichen Alltag genießen nicht allein sie. Wie in jedem Sommer zieht es auch in diesem Jahr wieder Millionen Deutsche an die europäischen Küsten und Gipfel.

Die Hauptreiseziele im Ausland sind nach wie vor: Spanien, Italien und die Türkei. Wobei seit Jahren die durchschnittlichen Reisezeiten sinken. Noch vor 30 Jahren dauerte ein durchschnittlicher Sommerurlaub drei Wochen, heute sind es noch etwa zwei Wochen nach einem weiteren Rückgang um 0,2 Tage im vergangenen Jahr.

Koffer gefüllt mit Wiesenlandschaft
Koffer gpacken und raus aus dem Alltag!

Der Kurzurlaub hat Konjunktur. Als Wellness- oder Bildungsreise, Aktivurlaub oder ganz ökologisch auf einem Bauernhof oder im Vierpersonenzelt. Gemeinsam ist diesen Reisen, dass sie meist in deutliche Distanz zu dem gehen, was die Urlauber beruflich tun: Wer viel mit Menschen zu tun hat, wird sicher demnach eher eine ruhige Destination suchen und umgekehrt.

Die beliebtesten Urlaubsarten

Welche Bedürfnisse lassen Menschen sich nun für eine bestimmte Art von Urlaub entscheiden?
1. Entspannung
Wo der berufliche Alltag als belastend angesehen wird, bekommt die Auszeit als Erlaubnis, sich vom Arbeitsort zu entfernen, eine besondere Bedeutung. Urlaub wird hier als lebensnotwendig für die innere Balance angesehen und dementsprechend emotional aufgeladen. Streit im Urlaub oder Enttäuschungen beim Thema Hotelkomfort am Urlaubsort können somit zu einem ernsthaften Problem werden, dass die ersehnte innere Balance innerhalb zweier Wochen nicht wiederhergestellt werden kann.

2. Lernen
Viele Menschen zieht es in die Metropolen Europas, um dort Museen, Sehenswürdigkeiten, Souvenirs und Fremdsprachen aufzunehmen. Sprachkompetenz, Kulturverständnis und Weltläufigkeit sind nicht zuletzt häufig auch beruflich nutzbar. Dieser „nützliche Urlaub“ verzichtet zum Teil auf seinen Auszeitcharakter und nimmt Wartezeiten, lauten Verkehrslärm und große Menschenmengen einfach als das hin, was sie in Paris, New York, Rom und London sind: Normalität.

Jungen rennen ins Meer
Ab ins Wasser: Das Meer bietet Erholung und richtig viel Spaß. Quelle: colourbox

3. Selbsterfahrung
Etwas lernen kann man jedoch nicht nur über etwas Fremdes. Auch die Suche nach dem inneren Selbst kann eine Reise wert sein. Das nehmen sich Menschen vor, die ihre Urlaubszeit auf Almhütten ohne fließendes Wasser, auf mittelalterlichen Zeltlagern oder in absoluter Stille im Kloster verbringen. Immer mehr Deutsche nutzen ihre beruflichen Auszeiten dazu, in sich selbst hineinzuhören, auf den eigenen Körper, und sich selbst neu zu finden. Äußere Einflüsse, gerade durch die technischen Geräte des Alltags, scheinen diese Besinnung zu stören und werden hier ausgeklammert.

4. Spaß
Genau im Gegensatz dazu stehen die immer noch beliebten Pauschalreisen zu Partyinseln und Festivals, wo gerade das Gemeinschaftserleben mit Gleichgesinnten im Zentrum des Interesses steht. Hier werden die technischen Errungenschaften des 20. Jahrhunderts in Freizeit- und Wasserparks erlebbar und nutzbar, für die im Alltag oft die Zeit fehlt. Der Vernunft- und Büromensch darf mit Anzügen und Krawatten im heimischen Kleiderschrank auf den gebräunten und partyerschöpften Urlauber warten, der somit in der Ferne ganz „außer sich“ gekommen ist und nach zwei Wochen nun wieder bei sich ankommt.

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