Auf den Spuren eines Heiligen

Der Heilige Bonifatius, 672 in England geboren, verließ seine Heimat, um als Benediktinermönch auf dem Kontinent den christlichen Glauben zu predigen. Er gilt als der Apostel der Deutschen.

Wer heute auf seinen Spuren wandeln möchte, begibt sich auf die Bonifatius-Route. Dieser Pilgerweg folgt dem Leichenzug, der den ermordeten Missionar 754 von Mainz nach Fulda brachte.

180 Kilometer in zehn Tagen

Routenstartpunkt ist der Leichhof hinter dem Mainzer Dom. In der dreischiffigen Pfeilerbasilika erinnert eine Grabplatte an Bonifatius. Seine letzten sieben Lebensjahre war er Bischof von Mainz. Von hier aus zog der Leichenzug in einer großen Prozession über den Rhein.


Der Pilgerweg ist 180 Kilometer lang und kann in zehn gemütlichen Wandertagen erkundet werden. Durch Weinberge und Blumendörfer zwischen Rhein und Main führt er zuerst nach Kriftel. Die moderne Bonifatius-Kapelle erzählt die Lebensstationen des Heiligen nach: Bonifatius fällte eine dem germanischen Gott Donar geweihte Eiche. Als die Strafe des Donars ausblieb, bekehrten sich die Heiden zum Christentum. Bonifatius wurde im Alter von 82 Jahren von räuberischen Friesen erschlagen.

Pilgern durch Hessens Kornkammer

Weiter geht die Wanderung durch die Wetterau, Hessens Kornkammer. An der Lißberger Schafskirche rastete einst der Leichenzug. Hier wurde der Pilgerweg ins Leben gerufen. Pfarrer Kurt Racky, der Initiator des Vereins "Bonifatius-Route", erinnert sich: "Die Bonifatius-Route ist 1998 entstanden und ist dann 2004 eröffnet worden, zum 1250. Todesjahr des Bonifatius. Das Projekt ist seither sehr erfolgreich. Wir hatten schon kurz nach der Erstbegehung zum Beispiel über 100.000 Zugriffe im Internet und ich denke, das liegt daran, dass viele nicht nur gerne wandern, sondern auch pilgern."

Pilgern auf Bonifatius Spuren bietet Labsal für Körper und Seele. Die letzte Etappe führt am Fuße des Vogelsbergs entlang durch schattige Wälder bis zur Barockstadt Fulda.

Bonifatius-Grabstätte in Fulda

Im Dommuseum in Fulda laden die Reliquien des Bonifatius zur Andacht ein. Der prunkvolle Goldaltar beherbergt das Haupt des Heiligen sowie den Dolch, mit dem er ermordet wurde.

744 ließ Bonifatius hier in Fulda ein Kloster gründen, das ihm als letzte Ruhestätte dienen sollte. Deshalb wurde er in der Gruft des Fuldaer Barockdoms beigesetzt, an der Stelle der alten Klosterschule. Hier vor seinem Grab versammeln sich alljährlich die katholischen Bischöfe Deutschlands vor ihrer Konferenz über die Belange der heutigen Kirche.

Die Bonifatius-Route - zehn Wandertage voller Eindrücke und innerer Einkehr, in denen man viel über den Apostel der Deutschen erfahren kann.

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