Aufbrüche aus Krisen

Der Katholikentag 2012

Gesellschaft | sonntags - Aufbrüche aus Krisen

Vertrauensverlust und Kirchenaustritte: Seit drei Jahren steckt die katholische Kirche in einer tiefen Krise. Gelingt unter dem Motto „einen neuen Aufbruch wagen“ auf dem Katholikentag 2012 die Wende?

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 18.05.2017, 16:23

Krisen sind Zeiten des Neuanfangs und Umbruchs. Häufig gehen einer Krise einschneidende Ereignisse voraus. In der katholischen Kirche waren dies der Missbrauchsskandal im Jahr 2010 und seine Folgen, die Kirchenaustrittswelle, aber auch grundsätzliche Probleme wie der Priestermangel und Gemeindeumstruktrierungen führten zu der aktuellen Krise der katholischen Kirche.

Mit einem breit angelegten Dialogprozess will katholische Kirche aus der Krise herausfinden. Auf allen Ebenen wird nun Dialog geführt – in den Pfarreien, in den Diözesen und auf Bundesebene. Im Bistum Essen hat der Bischof Franz-Josef Overbeck diesen Dialogprozess am offensivsten in die Wege geleitet. Auf fünf Bistumsforen wollen Laien und Bistumsleitung konkrete Vorschläge für Reformen der Kirche vor Ort erarbeiten. Dabei ist klar, dass die heißen Eisen wie Zölibat, Sexualmoral oder die Rolle der Frauen nicht in der Ortskirche gelöst werden können.

Katholikentage sind seit ihrer Gründung im Jahr 1848 Diskussionsforen, die die religiösen, kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen ihrer Zeit aufgreifen. Einige der jetzt rund 1200 Einzelveranstaltungen des diesjährigen 98. Katholikentag mit dem Motto „ Einen neuen Aufbruch wagen“ thematisieren die innerkirchlichen Reformdebatten. Der Dialogprozess und der Katholikentag sind Instrumente und Mittel, um Wege aus der Krise zu finden. Vertreter von Opferverbänden und die reformorientierten Kräfte halten das für nicht ausreichend.

Im persönlichen Bereich kann eine Krise durch den Verlust eines geliebten Menschen ausgelöst werden, aber auch wirtschaftliche Not durch Arbeitslosigkeit oder eine schwere Krankheit führen im persönlichen Bereich zu Konflikten. Kann man im persönlichen Bereich noch auf die eigene Stärke oder psychologische oder seelsorgerische Beratung bauen, ist dies Unternehmen und Organisationen nicht möglich. Sie müssen sich auf mögliche Pannen, Fehler und Skandale vorbereiten und eine gute Krisenprävention betreiben. Optimal bringt eine Krise einen Prozess des Lernens und der Veränderung in Gang.

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